…fuck mich nisch ab…is mein Leben…

10 08 2010

…wir haben ein neues Lebens- und Reisemotto…literarisch wertvoll und definitiv in der Bundesliga meiner Lieblingsweisheiten…bringt es doch die ganze Sache auf den Punkt und trifft den Nagel auf den Kopf…dementsprechend sollte man türkischen Sonderschul-Absolventen aus dem Rheinland mit einem Vorstrafenregister von hier bis nach Britz (und das ist lang, denn wir sind ja gerade auf den Fijis) häufiger einen Stift in die Hand drücken…oder halt kölnischen Pädagogen mit sozialer Ader auf einer kleinen fijianischen Insel begegnen…solche haben ein unglaubliches Gedächtnis was die Wiedergabe solcher Weisheiten angeht…nicht das wir als Kinderärzte aus dem Wedding mit Lebensschwerpunkt Kreuzberg-Neukölln nicht vorgebildet werden…aber man lernt ja nie aus…

und jetzt kommt die beste Überleitung seit langem, denn „aus“ bringt mich doch gleich wieder zurück nach AUStralien…wenn ich mich dabei nicht mal selbst übertroffen habe…

…also kommt mal mit und begibt euch auf eine Zeitreise zurück nach Alice Springs…nach 3 Tagen hatten wir genug Einsamkeit getankt und es war definitiv ein Tiefpunkt unserer bisherigen Reise…emotional gesehen…denn auch wenn Alice Springs inmitten von einem großen Nichts steckt, ist dieses Nichts doch wunderschön…macht es doch manchmal die Augen auf für Kleinigkeiten und lässt in der sonstigen Masse untergehendes hervortreten…nach 2 vollen Tagen in der Hauptstadt der Rednecks begaben wir uns am 3. Tag zur Übernahme unseres neuen Campers…erneut hatten wir uns eine Rückführung organisiert und warteten gespannt auf das Haus auf Rädern, welches in 5 Tagen in Cairns an der Nordostküste wieder abgegeben werden sollte…Herzschlag ansteigend, Schweissperlen auf der Stirn und um die Ecke bog eine Villa auf Rädern…Küche, Bad, zwei Doppelbetten, Essbereich, TV, Radio und Soundanlage inbegriffen…doch gleichzeitig machte uns die Größe Sorgen, denn ein solches Gefährt muss erstmal wieder heil abgeliefert werden…also entschieden wir uns für eine „no worries“ Versicherung und konnten somit unbesorgt dem Sonnenuntergang entgegen reiten…doch schon nach wenigen Metern sollte diese Reise unterbrochen werden, um zwei Galliern auf ihrem Weg durchs Outback den Weg zu weisen…unglaublicherweise konnten diese beiden Reisenden aus dem frankophilem Einzugsgebiet Europas auch nicht einen zusammenhängenden Satz in Englisch hervorbringen…so dass meine eigene Unfähigkeit mir wieder vor Augen geführt wurde, was meine Französischkenntnisse angeht…im Endeffekt erfreuten wir uns der Zeichensprache, holten unser „Point It“ aus dem Rucksack und konnten so die wichtigsten Informationen austauschen…per Anhalter durch die Galaxis bekam für mich somit einen ganz neuen Sinn und so schüttelten wir nur den Kopf, wie man es ernsthaft fertig bringt ohne Englischkenntnisse mit 18 bzw. 19 durchs Outback zu trampen…mutig oder naiv bleibt dem Betrachter überlassen…erster Zwischenstop unserer gemeinsamen Reise sollte Wycliffe Well sein…ein Ort mit einer Tankstelle die wie so oft gleichzeitig des Zentrum des abendlichen Amusements darstellt und welcher neben seinem breiten Angebot an Biersorten als Hotspot für UFO Sichtungen gepriesen wird…wir haben keines gesehen, aber die lokale Bevölkerung hat sich möglicherweise mit einen extraterristischen Wesen vergnügt oder wurde das Opfer ominöser Experimente…zumindest lässt ihre Phsiognomie und Verhalten darauf schließen…was sie jetzt aber nicht unbedingt unterscheidet vom Rest Australiens…also Flucht gen Norden und Sonnenuntergang an den Devils Marbles die im untergehendem Sonnenlicht wirklich wie Teufels Felsen leuchten…so schliefen wir zu viert wie die Waltons in unserem Luxuscamper ein und machten uns am nächsten Tag früh auf den Weg, um einige Kilometer hinter uns zu bringen…am Ende blieb unser Tacho übrigens ungefähr bei 1700 Kilometern stehen…und wenn man sich vorstellt, dass man mit einem solchen Gefährt 80 Kilometer pro Stunde im Durchschnitt schrubbt, kann man sich ausrechen, wieviele Stunden ICH (Rike hatte ja nach wie vor Ihren Führerschein in Berlin sicher aufbewahrt) am Tage das Gaspedal bedienen durfte…abends lieferten wir die beiden liebgewonnenen Kinder in Mt. Isa ab…ein Ort der eigentlich keiner Erwähnung Bedarf…größte ich glaube Kohlemine Australiens…wer sich dafür interessiert…Rike und ich fuhren nach Abgabe der beiden Sprößlinge noch 70 Kilometer weiter, um auf einem kleinen Rastplatz am Straßenrand zu nächtigen…morgens schnell weiter Richtung Norden…Endpunkt Karumba…direkt an der Nordküste liegend nach langer Fahrt durchs nun mittlerweile etwas langweilige Outback, sollte uns als Belohnung einer der schönsten Sonnenuntergänge Australiens erwarten…leider verbrachten wir wieder den ganzen Tag hinterm Steuer, abgesehen von kleinen Zwischenstops…da auch uns und sogar Rike das Kommunikationsmaterial ausging, holte ich meine Ipod heraus und versüsste mir das Fahren mit Bernhard Schlinks Vorleser…ohne Werbezwecke im Hinterkopf kann ich überraschenderweise dieses nur empfehlen…vielleicht liegt es aber auch daran, dass man insgeheim doch etwas Heimweh hat und sich durch die indirekte, literarische Beschäftigung mit der Heimat sich das eigene Trostpflaster gönnt…pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir in Karumba an…hätten aber auch nichts verpasst, wenn wir einigen Minuten zu spät gekommen wären…manchmal glaube ich ja, das einige Orte Reiseführern Geld bezahlen, damit sie überhaupt erwähnt werden…da Karumba nichts zu bieten hat ausser die Ausrichtung gen Westen (vielleicht mal abgesehen von dem größten Salzwasskrokodil welches je gefangen wurde mit einer stattlichen Länge von …) wird halt der Sonnenuntergang gelobt…Karumba muss viel bezahlt haben…Ohlendorf oder Schwichtenberg steht ja auch nicht im Lonely Planet (oder doch?)…trotzdem bieten solche Abstecher dann aber doch Erlebnisse, die man so nicht missen möchte…und so verbrachten wir die Nacht auf einem Campingplatz mit 200 Senioren…neben Fischbarbecue kamen wir in den Genuss sozusagen folkloristischer Darbietungen…australisches Lliedgut, einheimische Tänze und natürlich rassistische Aboriginiwitze…alles inklusive…schnell weiter Richtung Cairns und nach weiteren 500 Kilometern durften wir nun endlich das Outback hinter uns lassen und erreichten neuseeländisch anmutendes Gelände westlich von Cairns in den Atherton Tablelands…eine letzte Nacht abseits der Straße und auf nach Cairns…

…am Ankunftstag musste zunächst viel organisiert werden…morgens früher Aufbruch vom Rastplatz, denn es mussten noch ca. 150 Kilometer bewältigt werden…Zwischenstop in einem Vorort von Cairns um in Erfahrung zu bringen wo A der Maui Camper abgegeben werden muss und B der neue Juicy Camper abgeholt werden kann…nach Ankunft in Cairns stand der besagte (Tim würde jetzt sagen „froschfotzen“) grüner Pflitzer noch nicht bereit…so dass wir uns zunächst zur zentralen Information begaben, um für den nächsten Tag einen Tauchgang am Great Barrier Reef zu buchen…die Auswahl schien unüberwindlich, doch im Endeffekt kann man nichts falsch machen…alle bieten eine Massenabfertigung zu unterschiedlichen Preisen…selbst die Luxusanbieter können diesem Touristenansturm wohl kaum entkommen…doch nach langem hin und her wussten wir wem wir unser hart verdientes Geld übergeben…zurück zu Maui…unkomplizierte Abgabe der Villa und Übernahme der neuen Hütte…trotz Upgrade des eigentlich gebuchten Campers konnte man diesen dann im Vergleich eher nur als Holzhütte auf Rädern bezeichnen…doch man gewöhnt sich an alles und ich zumindest fühlte mich nach 1-2 Tagen wie zu Hause…seltsam manchmal wie schnell man eine Stabilität in einem solchen Leben dann schnell als „zu Hause“ wahrnimmt…auch vielleicht Hilferufe der Seele die sich nach einer Basis sehnt…ich habe während dieser Reise bisher eigentlich selten an zu Hause gedacht…nicht weil ich es nicht misse, aber vielleicht weil wir auch keines mehr haben…würde das finanzielle einen nicht irgendwann nach Hause zwingen, wäre ich durchaus offen für weitere 8 Monate….das Internet macht es auch viel zu einfach mit der Heimat in Kontakt zu bleiben, und so ist das Gefühl doch eher an einer langen Nabelschnur zu hängen ohne sie jemals zu durchschneiden….ob das jetzt gut oder schlecht ist kann ich nicht sagen…kurzum: grün, wendig und überschaubar mit einem Penthouse auf dem Dach, Küche im Kofferraum und Wohnzimmer inklusive DVD Player auf dem Rücksitz…unser neues Eigenheim für die letzten 12 Tage in Australien…

…am nächsten Tag ging es dann auf die gebuchte Tour zum Great Barrier Reef… Rike und ich hatten 3 Tauchgänge gebucht…ich hatte mich natürlich vorher informiert über die Möglichkeit eines Zusammentreffens mit submarinen Raubtieren…hierbei kursieren im Internet und unter den Reisenden selbst, Gerüchte und Legenden über giftige Seeschlangen, hervorschießende Moränen und natürlich dem obligatorischen Angriff des weißen Hais auf nichts ahnende Taucher…nicht das ich solchen Geschichten glauben schenken würde, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste…das Tauchermesser konnte ich mir gerade noch so verkneifen und währen ich mit der Angst kämpfte, kämpften 50 % der Crew mit aufkeimender Seekrankheit Rike inklusive….Ankunft am Riff und mal wieder atmen unter Wasser…einen Hai haben wir nicht gesehen, dafür aber 2 riesige Schildkröten…doch wir durften feststellen, dass wir mit den Philippinen schon einen guten Fang gemacht haben…da ist es wohl eher die Größe des Riffs die begeistern darf…

…am nächsten Tag sollte unser neues Gefährt dann erstmals auf seine Langstreckentauglichkeit getestet werden und so machten wir uns auf Richtung Mission Beach…bekannt for Cassowaries (Art Emus auf LSD) und langen gewunden Stränden mit Regenwald direkt anbei…Cassowaries haben wir nicht gesehen uns aber ein wenig von den Strapazen der zurückliegenden Tage erholen können…mehr als einen 4 stündigen Trek am Strand entlang durch den Dschungel sich windend inklusive kurzen Zusammentreffen mit der ersten Schlange haben wir nicht geschafft…die nächste Sehenswürdigkeit wartete auf uns, und so ging es nach 2 Nächten weiter Richtung Whitsundays…

Ankunft Airlie Beach am Nachmittag…wir hatten uns eigentlich auf der Fahrt für einen Tagestrip zu den Whitsundays entschieden…einer kleinen Inselgruppe vor der Ostküste Australiens berühmt für seine weißen, Silikat haltigen Strände und mehrtägige Segeltrips durch das türkisblaue Wasser…das Budget ließ eigentlich nicht mehr zu und auch die Zeit wurde knapp…doch Nepper, Schlepper, Bauernfäner und ein Lächeln einer blonden Touristenberaterin reichte aus und schon befanden wir uns am nächsten Tag auf einem kleinen Segelbott mit 15 anderen Mitreisenden wieder….lustig ist das je nach Erwartung des Reisenden das entsprechende positiv unterstützt wird…während uns nach einer entspannten Segeltour war, wurden unseren dänischen Mitreisenden die große Partysause auf hoher See versprochen…im Endeffekt trafen wir uns alle in der Mitte und so waren die Tage zwar etwas wettertechnisch durchwachsen doch trotzdem erlebnisreich und wunderschön….die Nächte verbrachte ich zwar meistens auf Deck aufgrund monotoner, rhythmischer Geräusche aus den Tiefen der Koje unseres irischen Mitreisenden….hätte lieber gleiche aus der Koje des französischen Pärchens gehört, aber leider straft die Beschreibung dem geneigten Leser Lügen und selbige Geräusche kamen aus den Untiefen des Schlundes…am 2. Tag besuchten wir den pittoresken und auf allen Postkarten und Reisführern abgebildeten Whitehaven Beach…hier quälte sich die Sonne dann auch einmal durch die Wolken und beglückte uns mit sonnigen Stunden am schneeweißem Strand…am 3. Tag ging es zurück und ich durfte mich direkt wieder hinters Lenkrad begeben…denn nun hatte die Realität uns wieder eingeholt und die Zeit drückte…die Linie zwischen Urlauber und Traveller wird immer deutlicher gezogen….

…nicht erwähnenswert aber für die Statitistik verbrachten wir eine Nacht in Rockhampton, um am nächsten Tag Rainbow Beach an der Sunshine Coast zu erreichen…diese sollte Ausgangspunkt für unsere Fraser Island Erkundung werden und nun hatten wir keine andere Option als eine Tagestour…fast hätte wir auch dies nicht unternommen, da erneut finanzieller Druck sich bemerkbar machte….was hätten wir verpasst….es mag vielleicht schon aufgefallen sein, dass diese Zeilen nicht mit vollem Eenthusiasmus in die Tasten gehauen werden…das mag daran liegen, dass Australien auf der Bestenliste der bisher bereisten Länder eher auf den hinteren Plätzen rangiert….das liegt nicht unbedingt am Land an sich oder den Leuten, vielleicht vielmehr an unserer allgemeinen Reisestimmung….trotzdem ist das Klientel ein anderes, unsere Vorstellung des Umherziehens abweichend und die kleinen Erlebnisse mit Einheimischen ernüchternd….insgesamt war mir vieles zu aufgesetzt und häufig waren Erlebnisse nicht echt…eher so wie ein Cafe bei Starbucks oder ein Hähnchen bei KFC…manchmal hat man Lust darauf, aber nach Genuss des Ganzen geht es einem nicht besser…indifferente Stimmung….Fraser Island war zwar ähnlich ausgelatscht doch wirklich unglaublich….das lag vielleicht auch an den Lichtverhältnissen des Tages…vorhergesagt waren Blitzgewitter…morgens sah auch alles noch danach aus…doch bereits beim Übersetzen mit dem Boot zog sich der Himmel auf….trotzdem lag weiterhin etwas leicht schlieriges in der Luft und so erwartete man hinter jeder Ecke eine Fatamorgana…fast ein Hitzeflackern…uns eröffnete sich hiermit ein ganz neuer Blick auf die Möglichkeiten, die man hätte sollte das Portemonnaie das hergeben…Allradantrieb bis in den Horiszont und abends campen am Lagerfeuer mit dem Dingo nebenan und dem frisch gefangene Fisch über selbigem…damit schloss sich für mich das Kapitel Australien und ich konnte mit den letzten 5 Wochen meinen Frieden finden…die letzten 2 Tage verbarchten wir im „Steve ihm seinem Zoo“, den Glass House Mountains und Brisbane…erwähnenswert ist vielleicht, dass Rike und ich in Brisbane noch beim Friseur waren und Rike danach aussah wie Wolfgang Petry…wir wollten ja schick sein für die Fijis…

1. August Flug nach Nadi, Ankunft und Übernachtung in der Aquarius Lodge…morgens direkt aufs Boot und ab dort begann der Südseetraum…nach obligatorischer Übergabe des Frühstücks an die Götter des Ozeans durch Rike landeten wir nach 5 Stunden auf Nacula im Blue Lagoon…BULA!!…abendliche Kava-Zeremonie und Ukulele Musik am Strand….das Bild entspricht dem Südseetraum…doch irgendwie erneut eine ganz andere Welt als in den letzten Monaten….kein Tag muss geplant werden, Essen wird eine zubereitet nur schlafen muss man selbst…wir sind in einem Resort und nicht auf den Fijis…aber das ist uns egal…wir brauchen das jetzt….ich lese…Rike hört Ipod…Ausflug zum Dorf….Kinder singen, Erwachsene tanzen in landestypischer Kleidung zu landestypischen Klängen…Rike wird vom Dorfverrückten zum tanzen aufgefordert (können sich Verrückte untereinander erkennen, egal aus welchen Ecken der Erde sie stammen?)…Rike lernt weben und ich lerne Zitate von deutschtürkischen Sonderschülern…hier schliesst sich der Kreis und momentan sind wir im Transit zwischen Fiji und Chile erneut in Neuseeland…alles fühlt sich ein bisschen wie Transit an, auch die zurückliegenden Wochen…noch eine Stunde dann beginnt das Boarding…neues Leben!



…nomads online…

14 07 2010

Zitat: „In Deutschland kann man so viele schöne Dinge machen…zum Beispiel Tierknochen auskochen!“ Zitat Ende…man mag jetzt anmuten das man oder vielmehr gesagt in diesem Fall Frau auf einer solchen Langzeitreise etwas sonderbar wird, abgeschnitten von der Zivilisation und dem üblichen Alltag, aber lässt man sich diesen Ausspruch im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen, so ist es doch der Kern oder vielmehr hier das Mark einer solchen Reise…die Rückbesinnung zu den Ursprüngen…

…viel zu lange haben wir wieder nichts von uns hören lassen oder ehrlich gesagt kann ich mich an wahrscheinlich viele kleine Details gar nicht mehr erinnern…aber die wirklich wichtigen Eindrücke dürften hängen geblieben sein…

….aktuell befinden wir uns „in the middle of nowhere“…Australienkarte zur Hand genommen und mal Gehirnschmelze starten, um vielleicht vor dem Ende diese Blogges herauszubekommen, wo in aller Welt wir da gelandet sind…denn nun geht es ja vielmehr darum, wie wir hier gelandet sind…

Pancake Rocks…Neuseeland…Westküste…Regen…da muss ich erstmal den Genrator wieder anwerfen, um mich dorthin zurück zu beamen…also nach schoenen abenden am Kamin machten wir uns nach 2 Tagen auf weiter gen Süden…nächstes Ziel sollten die beiden Gletscher Fox und Franz Joseph sein…Zwischenstop Greymouth um Resourcen aufzufüllen und schnell weiter nach Okarito einer kleinen Siedlung direkt am Meer, das uns neben einem billigen Campingplatz, Lagerfeuer und einen romantischen Sonnenuntergang bescherte…morgens wachten wir zum ersten Mal mit Minusgraden im Camper auf…doch der Duft und die Wärme des in der Nacht ausgestossenen Atems ließ uns doch zügig aus unseren Schlafsäcken klettern…Standheizung an…Frühstück gespachtelt und auf zum Franz Joseph Gletscher…hier wartete einer der schönsten Tagestreks Neuseelands auf uns und so erklommen wir langsam aber stetig den Alex Knob Trek um nach ca. 4 Stunden einen wunderschönen, sonnendendurchfluteten Blick auf den Gletscher zu erhaschen…auf eine geführte Besteigung des Gletschers hatten wir aus kostengründen verzichtet…im nachhinein mal wieder ein Wink des Schicksals…denn an diesem oder einem umliegenden Tag forderte die Besteigung seinen Tribut in Form eines Touristenlebens…hierbei entstanden relativ schnell Mythen um das Zustandekommen dieses Schicksalsschlages…so war zwar relativ schnell klar, das der Betroffene in einen Gletscherspalt gestürzt war und einen Herzinfarkt erlitten hatten…unklar und zu wilden Spekulationen unter den Travellern antreibend war aber ob derselbige erst einen Herzinfarkt hatte und aufgrund dessen herabgestürzt war, oder ob er erst stürzte und unten liegend einen Herzinfarkt erlitt….der Travellertalk ersetzt jede Bildzeitung…nun gut…wir wussten zu diesem Zeitpunkt ja noch nichts von den Vorkommnissen und bestaunten wahrscheinlich zur selben Zeit die Farbnuancen von Schnee- und Eismassen von unserem Ausguck…Wanderung hinab und Ausflug zum Gillespie Beach zwischen beiden Gletscher liegend um dort umsonst am Strand zu campen bei nun gepfegteren Temperaturen über 0 °C…morgens ging es dann direkt zum Lake Matheson in dem sich bei gutem Wetter der Gletscher spiegelt, und eines der schönsten und meist fotografiertesten Bilder Neuseelands liefern sollte…Wolken am Himmel…kein Foto…also Postkarte kaufen…und auf zum Fox Glacier…hier trauten wir uns dann doch ziemlich direkt an die Moränen und Ausläufer des Gletschers heran, tankten noch zu überteuerten Preisen und fuhren dem Sonnenuntergang Richtung Warnaka hinterher…

…unsere Beine wurden nicht müde und obwohl in alter Mann Manier mein Knie mir zu schaffen machte unternahmen wir am nächsten Tag wieder eine Wanderung zum Gipfel eines der umliegenden Berge…Lake Diamond Trek…oben angekommen nach glitschiger und teilweiser vereister Besteigung bot sich uns wahrhaftig ein glitzernder Anblick auf die umgebenen Seen…herabgestiegen und weiter…dem aufmerksamen Leser wird jetzt schon aufgefallen sein…das wir wie die Getriebenen jede Sehenswürdigkeit im Süden ansteuerten…ohne viel Zeit an den einzelen Orten zu verschwenden…doch hier saß nicht der Schalk, sondern die Zeit uns im Nacken…und so wollten wir nicht viel Zeit in den Backpacker Hochburgen Warnaka und Queenstown verschwenden…sonder zielstrebig die uns wichtigen Punkte abgrasen…also saßen wir nachmittags schon wieder im Camper und fuhren Richtung Queenstown…bewusst den Trubel meidend etwas weiter nach Glenorchy einem kleinen Dorf am gleichen Lake Wakapito liegend…abends Begegnung dritter Art mit einem Pärchen aus NY die eine Weltreise in einem Monat hinter sich bringen wollten…EIN MONAT= 2 Wochen Neuseeland+1 Woche Australien+1 Tag Singapore+1 Tag Kalkutta+1 Tag Dubai+1 Woche Santorini Griechenland und zurück…und wir beschweren uns über klägliche 8 Monate…trotzalledem hoffen wir auf ein Wiedersehen am Ende unserer Reise…

…nächster Tag Jetboat Tour auf dem Dart River mit atemberaubenden 360°C Drehungen und Kenntnisnahme von Lord of the Rings Drehorten…wieder ein Ereignis was an unserer Reisekasse zerrte…

Der nun folgende Tag sollte eines der Highlights der Neuseeland Reise werden und so begaben wir uns noch am vorigen abend nach Queenstown um frühmorgens direkt einen Bus Richtung Milford Sounds zu besteigen DEM Fjord in Neuseeland…nach langer Anfahrt und kurzem Zwischenstopp, rauf aufs Boot und Trip durch die Sounds…kitschig begleitet von einigen Delphinen zwirbelten wir um kleine Felsvorsprünge und liessen uns zur Belustigung sämtlicher Mitreisender klatschnass regnen beim Versuch unseren Becher mit Wasser unter einem gleichnamigen Fall zu befüllen…Tourinepp…hab ich gelacht…abends ging es dann zurück und nach Einbruch der Dunkelheit genossen wir 2 Stunden DVD Entertainment mit Anthony Hopkins der einen aus Invercargill stammenden Speedjunkie miemte…viel zu lange kein Fernsehen gesehen und erst recht keinen DVD abend gehabt…und hier das MANKO…ich konnte fast kein einziges Spiel der Fußball-WM live sehen…bin ich jetzt entdeutscht? Hierbei möchte ich noch anmerken, dass ich immerhin den 5. Platz der hamburgerischen Tippgemeinschaft belegen durfte OHNE je die einzelnen Mannschaften spielen zu sehen…Applaus Applaus…die Massen jubeln…doch hier kein Public Viewing…zurück in Queenstown schlossen wir nochmal unseren verloren gegangen Sohn Daniel für ein Bier zwichen den Teeniemassen in die Arme…Rike und ich haben uns nicht getraut zu tanzen, da wir das Gefühl hatten von den mindesten 10 Jahre jüngerem Publikum doch ein wenig belächelt zu werden…Omi und Opi in der Disco, noch so eine Erfahrung die in keinem Reiseführer vorkommt…

…Abschied Queenstown ohne obligatorischen Bungee Sprung und auf in die Catlins an der Südostspitze der Südinsel…einsame Gegend…einsame Bucht…einsames Hostel…Tür auf…keiner da…ausser zwei Katzen…Selbstregistrierung am Eingang…Kamin anwerfen…Essen kochen…Sonnenuntergang mit sagenhaften Panorama direkt vom Doppelbett aus…Haus für 2 Tage für uns allein….die Entspannung hatten wir uns verdient…tagsüber kleine Spritztouren zu Wasserfällen, Leuchttürmen, nicht vorhandenen Pinguinen…abends Kamin an…Essen kochen und Sonnenuntergang mit sagenhaften Panorama direkt vom Doppelbett aus….

Absatz beendet auch wenn es gefühlsmässig so weiter hätte gehen können…aber der Mount Cook…Neuseelands höchster Gipfel wartetet auf seine Begutachtung…auf dem Weg dorthin noch kleiner Zwischenstop an den Moeraki Boulders…seltsame Ansammlung runder Steine direkt an der Küste mit seltsamer Ansammlung von japanischen Touristen ringsherum….Flucht zu Lake Tekapo…doch dort erneut Zusammentreffen mit asiatischen Backpackern in der hiesigen Jugendherberge…
Morgens: Frühstück…das einzig Essbare Ei und eine letzte Scheibe Brot…Brot in den Toaster und derweil Spiegeleier in vergilbter Pfanne präparieren…Eier fertig…Blick zum Toaster…Brot weg….Mundraub!…Frage in die Runde wer eventuell meine letzte Scheibe Brot stibitzt hat…betretenes Schweigen…alle asiatischen Blicke auf den Boden gerichtet…no sir…we did not steal your bread…vernichtender Blick meinerseits…Spurensuche durch die ganze Küche…schließlich Indiz findend im Kompostmüll…Toastscheibe in die Höhe und fragender Blick in die Runde…asiatischer Blick Richtung Boden, Hände vorm Körper gefaltet, betretenes Schweigen…mein persönlcier Lieblingsfilm den ich gern in japanischer Manier auf meinem Camcorder festgehalten hätte….vollkommen anderes Verständnis von Humor…

…magenknurrend auf zum Mount Cook…noch so ein Highlight…Rike hatte bereits einige Wochen zuvor die Biographie von Sir Edmund Hillary gelesen und mir stetig auf den langen Fahrten von seinen Erlebnissen berichtet…also trafen wir nun quasi auf einen alten Freund…und ich muss wirklich zugeben, dass der mich sehr schnell tief beeindruckte…im dortigen Museum wurde sein Leben in einem kurzem Film zusammengefasst, der mich und Rike nachhaltig emotional beeindruckte…Tränen runterschlucken und Besteigung des Red Tearns Trek mit direkter Sicht auf den Mount Cook und Spaß im metertiefem Schnee…Rückfahrt in unsere asiatische Enklave am Lake Tekapo…

…vor der Weiterfahrt nach Christchurch noch mal schnell die Flüge gecheckt und schockgeweitete Augen sich spiegelnd im nicht ganz staubfreiem Monitor…kein Flug nach Sydney…zwischendurch hatte ich mal unserem Travelagenten in London eine Anfrage gesendet, ob wir noch einige Tage in Neuseeland verlängern könnten mit anschließendem Direktflug nach Melbourne…doch da keine Antwort kam dachte ich die email sei im Datenmüll gelandet…und so waren wir zwar die letzten Tage durch Neuseeland mehr oder minder gehetzt doch hatten wir eigentlich alles gesehen…Skype Anruf London…schlechte Verbindung…ich versteh kein Wort…schließlich aber Bestätigung unseres neuen Fluges Richtung Melbourne mit noch einigen Tagen im Gepäck für Neuseeland…also nochmal letzter Trek um den Lake Tekapo als Abschluß vor der ersehnten Zusammenkunft mit Kat in Christchurch…schöne Wanderung mit bitterem Beigeschmack…Eis auf dem Weg beim Abstieg bescherte mir eine selbstdiagnostizierte, gebrochene Rippe….AUA und das seit nunmehr über 4 Wochen….die ersten Tage konnte ich mich kaum bewegen und geschweige denn schlafen….doch ein herzlicher Empfang von Kat war Analgetikum genug…zusammen mit ihrer Schwester und 2 Mitbewohnern verbrachten wir entspannte Tage in Christchurch in welcher für mich das nächste Trauma folgte…Sex and the City 2…ich muss ja zugeben, dass ich die Serie auch mal ganz gerne gucke aber dieser Film war wirklich pain in the….um mich hiervon zu erholen noch 2 Tage auf der Halbinsel vor Christchurch dazugebucht und Entspannung in Akaroa…23.06.2010 Abschiedsessen bei Kat…24.06.2010 Goodbye New Zealand…hello Melbourne…

…ab jetzt sind wir Part einer neuen Community…wir sind anerkannte bereits gevouchte Couchsurfer…aus der Not heraus geboren mit langsam gähnend leeren Portemonnaie entschlossen wir uns bereits in Christchurch uns bei couchsurfing.org zu registrieren um so eine kostenlose Unterkunft zu ergattern…Idee des ganzen: Traveller bietet Traveller Couch kombiniert mit teilweise persönlicher Einführung in die Sehenswürdigkeiten seines Ortes und erhält bei nächster Reise ebenso eine Couch mit Kombiticket…Geben und Nehmen mit anschließender Bewertung der Couchbekanntschaften…etwas außerhalb von Melbourne liegend in Cheltenham holte uns Cara von Bahnhof im ramponierten roten Flitzer ab…erster Eindruck: nicht ganz dicht die Alte…kurze Führung durchs Haus…Schlüssel in die Hand…Cara geht arbeiten….Fragezeichen in unseren Köpfen…Schlüssel zum Haus auf welches sie für eine befreundete Familie aufpasst, mit meterbreitem Fernseher, Stereoanlage, Apple Laptop und anderen elektronischen Finessen bestückt in der Hand bis dato eigentlich komplett Fremder Menschen in unserer Gestalt…Dumm? Naiv? Optimistisch?…also erstmal Beine hochlegen auf besagter Couch und Zusammentreffen mit Sissi asiatischer Schwedin und ebenso Part dieser Community….abends Einkauf bei ALDI…ALDI?…und abendliches gemeinsames Brutzeln am Herd zunächst ohne Cara…nächster Tag Exploration Melbourne…kleine verwinkelte Gassen, teilweise berlinerisch abgerockt…Mode ergebene Massen stolzieren hamburgerisch kultiviert durch die Straßen der Stadt…Heimat? Zumindest warmes Gefühl in der Magengegend…abends erneutes Zusammentreffen mit Cara nun ohne Sissi die uns ihr Bett in eigenem Zimmer überließ…nun erneuter Beweis, dass man sich nicht den ersten Eindruck täuschen lassen sollte…Cara stellte sich als bereits erfahrene Couchsurferin heraus, Leuten gegenüber aufgeschlossen und mit netten, unterhaltsamen, informativen Gesprächen am Abend…so tauchten wir gemeinsam ein in IHR Melbourne…tagsüber Kunstflohmärkte wie am Mauerpark…abends gemeinsames Essen mit Freunden in Fitzroy…aufgreifen des nächsten brasilianischen Couchsurfers und Rückfahrt nach Cheltenham…nächster Tag St. Kilda am Meer…für Rike wahrscheinlich in traumatischer Erinnerung mit erstmals schmerzender, selbstdiagnostizierter Leistenhernie…ein Besuch beim richtigen Arzt steht noch aus, da Leistenbruch zwar noch vorhanden aber ohne weitere Symptome…am letzte Tag verabschiedeten wir uns von Melbourne mit einem Besuch des Eureka Towers und nahmen die nächsten Couchsurfer nun aus Deutschland in Empfang…abendliches Abschiedsessen…morgens in roter Klapperkiste zum Bahnhof…Gastgeberin mit Strümpfen auf dem Bahnsteig…Winken durch nicht zu öffnende Zugfenster…Empfangnahme unseres neuen Luxuscampers mit Dusche, WC und Küche, sowie integrierter Klimaanlage und Mikrowelle…Fragezeichen im Kopf? War da nicht von einem leeren Konto die Rede?…Lösung: Relocation! Im Internet buchten wir eine Überführung eines Fahrzeuges von Melbourne nach Adelaide entlang der Great Ocean Road, zahlen hierfür 5 $ pro Tag, bekommen teilweise das Benzin zurückerstattet und reisen somit spottbillig durch Australien…erster Stop Johanna Beach Nahe der Zwölf Aposteln…Felsen an der Steilküste Südaustraliens….morgens Blick durch Fenster und jedes Surferherz hätte höher geschlagen…wir hingegen genossen „nur“ die Aussicht…zusammen mit anderen Touris an den Sehenswürdigkeiten der Great Ocean Road vorbei, Walk über den Dächer des Regenwaldes im Otway Nationalpark und abends Richtung Mount Gambier…nächster Tag Abgabe des Autos in Adelaide….

Erster Eindruck hier…nicht definierbar…Konglomerat an Menschen…schachbrettartig angelegte Wildwestinnenstadt…Kenn ich so nicht…will ich das Kennenlernen? Erneut bereits vororganisierte Couch nun bei Claire erneut etwas ausserhalb der Stadt…Neues Spiel, gleiches Manöver! Schlüssel in der Hand, Gastgeberin weg! Claire wohnt in einem 3 Zimmer Appartement mit ihrer Freundin Matilda…beide angehende Schauspielerinnen und Matilda gerade für einige Tage auf Tour….erneut erleben wir eine Stadt aus einem so nicht zu erhaschenden Blickwinkel, besuchen Bars die wir nicht gefunden hätten, treffen Leute die wir nicht getroffen hätten, sehen Theaterstücke die wir nicht gesehen hätten und sind erneut beeindruckt wie sich ein erster Eindruck wandeln kann…nun von der Stadt nicht von der Gastgeberin! Bemerkenswerter Besuch im Higher Ground, Zusammentreffen mit jungen Comedians, langer Abend mit Witze über: Deutsche, Nazis, Touristen und Rothaarige…erneutes Trauma…

…Plan: Relocation nach Alice Springs, aber kein Job für uns…also doch Auto gebucht und Abschied Adelaide…erste Nacht im Auto in den Flinders Ranges…erstmals im Outback…erneut Minusgrade…nun aber minus 5°C…AUA…ohne Klimaanlage im Kofferraum schlafend…ich bin wieder Teenie…und darf trotzdem nicht in der Disco tanzen…
Wanderung durch den Wilpena Pound…laut Cara durch einen Meteoriten entstanden, laut Touristenbüro Humbug…zweite Nacht erneut bei Minusgraden im Auto und Weiterreise zu den Remarkables einer Gebirgskette bei Port Augusta immer noch an der Südküste Australiens liegend…erste Nacht in einer Cabin für unglaubliche 36 $ auf einem Campingplatz…Heizung! Minusgrade draußen! Vorzüge der Zivilisation!…Reise ins Outback…rauf auf den Stuart Highway mit Ziel Ayers Rock oder PC Uluru…Zwischenstopp nach über 600 Kilometern in Coober Pedy…berühmt für Häuser unter der Erde, um sich so vor der Wüstenhitze zu schützen und Opal Minen…wir denken komische Leute, seltsame Umgebung, so noch nie gesehen, also bis dato richtige Entscheidung sich durch die Mitte Australiens zu quälen…weiterhin Anweisungen folgend: Niemals anhalten! Betrunkene, Klebstoff und Benzin schnüffelnde, Kinder schlagende und somit sämtlich unkultivierte Aborigines rauben einen aus! Die Australier haben wirklich ein seltsames Verhältnis zu ihren Ureinwohner! Im Vergleich zu Neuseeland wurde dieses „Problem“ bisher noch nicht gelöst. So wurden bis in die siebziger des vergangenen 19. Jahrhunderts Kinder ihren Aborigini Familien entrissen, um sie in „weiße“ Familien zu stecken, um sie so von Generation zur Generation quasi zu bleichen! Hat offensichtlich nicht hingehauen! Wir fahren weiter! Relationen verschieben sich! Konverstaion im Auto: „ Guck mal ein Schild!“ „Noch 180 Kilometer bis zum Uluru!“ „Easy!“ Nach einem ganzen Tag Wanderung fahr ich meist noch mindestens 300 Kilometer zum nächsten Ort. Rike hat ja ihren Führerschein zu Hause aufbewahrt.

Ankunft Uluru=Ayers Rock…Sonnenuntergang am Uluru…magisch und erneutes Einchecken in unserm Lieblingshostel: Toyota…wir haben nun bereits gute Strategien entwickelt, wie man auch in einem solchen Auto sorgen- und schmerzfrei nächtigen kann…am nächsten Tag geht es an die Umrundung des Uluru, Besteigung nicht empfohlen, respektlos gegenüber den Ureinwohnern, wir sind gut erzogen…der morgendliche Sonnenaufgang wurde mit Massen „genossen“…nächster Tag Kata Tjuta=Olgers…erneut rotes Gestein aufragend aus platter Ebene…wo kommen die her? Die Aborigines glauben das Tiere durch ihr Land streichten und an solchen Orten quasi Marken hintrelissen von Kämpfen oder Zusammenkünften! Hinter jedem Ort verbirgt sich eine Geschichte! Wir sehen Aborigines die für den Park arbeiten. Glückliche, nicht zugedröhnte Gesichter!

Weiter Richtung Kings Canyon! Erneut fast 400 Kilometer! Luxusnacht im Toyota! Morgens Besteigung des Canyons! Hier darf man hinauf inklusive PC Medaille! Weiter Richtung Alice Springs, es dämmert. Erneut Bild betrunkener, Klebstoff und Benzin schnüffelnder Aborigines im Hinterkopf…Sind Deutsche so anfällig für solche Weisheiten! Wir haben mehr Angst vor den europäischen Inbreeds die sich hier zu Hauff tummeln…also schlafen wir gemeinsam mit anderen Campern am Straßenrand…wir wollen ja auch keine Känguruhs überfahren…PS: Die haben am Anfang en masse fotografiert…

Nun sind wir in the middle of nowhere mitten in Alice Springs…stehen dem Ort zwiespältig gegenüber und bereits nette und weniger nette Menschen getroffen…sehen betrunkene, Klebstoff un d Benzin schnüffelnde Aborigines…sehen schöne Gemälde einheimischer Künstler…hören Didgeridoo Klänge….Wir sind in Australien und doch nicht richtig da!



…in echt

7 06 2010

…nun haben wir es also getan…zum aller ersten Mal…und das in mehreren Auslegungen und Richtungen…katastrophal wenn einem solch miese Liedtitel nicht aus dem Kopf gehen…und noch schlimmer, wenn man sie jedes mal als Einstieg zu seinen mehr oder minder gelungenen Reiseberichten missbraucht….ausserdem ist der Einstieg zwar eindeutig zweideutig…aber für uns doch mehrdeutig…so haben wir als aller erstes beschlossen die gesamte Reise um 2 Monate zu verlängern…und da geht erstmal ein grosses Dankeschön an unseren zukünftigen Arbeitgeber, der dies überhaupt ermöglicht…und zweitens sind wir wie die Bekloppten von einem 192 Meter hohen Turm in Auckland gesprungen…nur um dem Land aus allen Himmelsrichtungen näher zu kommen…exhilerating….

aber ein solcher reisebericht sollte immer da anfangen wo man mit dem letzten endete. Das war soweit ich mich erinnere Singapore…mittlerweile befinden wir uns also im Land der Kiwis, Hobbits und man lernt verstehen, warum soviele dieses Land lieben und Peter Jackson es für seine Herr der Ringe Trilogie missbraucht hat…also Ankunft in Auckland…am Flughafen schlug uns das Herz bis zur Brust, da wir zuvor von erschwerten Einreisebestimmungen gehört hatten, sollte man sich zuvor in Südoastasien aufgehalten haben…Storys wie: „Die“ packen deinen ganzen Rucksack aus, suchen nach Muscheln, Tieren, Essensresten und anderem Gedöns, das eventuell die lokale Umwelt in Unruhe versetzen könnte. Selbst Deine Sohlen werden akribisch in Augenschein genommen, denn auch dort befinden sich Erdreste mit eventuell trittbrettfahrenden Parasiten. Danach noch schön den Rucksack und sämtliche Klamotten mit insektenvernichtenden Spray bearbeiten und Du wirst eventuell über die Grenze gewinkt. Bis auf eine kurze Sohlenkontrolle durften wir nichts von dem beschriebenen selbst erfahren. Rike insbesondere hatte sehr viel Sorge, um die schönen Muscheln die sie an sämtlichen Stränden in stundenraubender Arbeit eingesammelt hatte. Hatte sie doch schon vor ihrem geistigen Auge unser gesamtes Bad damit dekoriert. Ich hoffte natürlich insgeheim insbesondere auf diese eingehende Begutachtung, doch wurde hier mehr als enttäuscht. So gingen die Schiebetüren auf und Massen an Kiwianer feierten unser Eintreffen. Doch leider galt dieser tosende Empfang nicht uns, sondern der mit uns eintreffenden Rugby Mannschaft. Nochmals größte Enttäuschung und so stiegen wir ganz unglamurös in den Bus der uns schließlich Ecke K´Road Downtown Auckland ausspuckte. Die K´Road erinnert oberflächlich vielleicht ein bisschen an die Reeperbahn. Diese Beschreibung gilt aber nur für nicht Hamburger und solche die sich noch nie in Auckland aufgehalten haben. Für Eingeweihte duftet diese Beschreibung schier nach Übertreibung. Rike sagt übrigens, das dies eine Eigenschaft an mir ist, welche sie auf dieser Reise neu an mir entdeckt hat. Ich neige, laut ihrem Eindruck, zur Übertreibung. So sind Wanderungen meist 10 Kilometer länger, Berge 1000 Meter höher, Preise 100 Euro teurer oder billiger und Plätze tausendmal schöner als sie in Wirklichkeit sind. Ich empfinde das natürlich nicht so. Schön doch wenn sich die Realität für mich so verschiebt und das meist zu meinen Gunsten. Also K´Road gleich Karangahape Road und absteigen im BK Hostel. Irgendwie waren wir anfangs schockiert, dass man sich hier Toiletten und Duschen teilen muss. Momentan empfinden wir so etwas als totalen Luxus schlafen wir doch meist in unserem 4,5 m langem Bus und riechen wie ein Iltis. Wir waren halt verwöhnte Luxuskinder und haben nun zu unserem stinkenden selbst gefunden. Die Tage in Auckland verbrachten wir also in Cafes, auf der Suche nach einem guten Tattoo Laden, in Boutiquen, Plattenläden, asiatischen Lebensmittelgeschäften, in der Domain, im Auckland Museum oder halt am Seil hängend 192 m überm Abgrund (und hier wird Rike bestätigen, dass ich nicht übertreibe). Wirklich beschreibenswert war vielleicht das Auckland Museum und der Sprung, also beschränke ich mich im weiteren auf diese zwei Highlights die vielleicht nicht unterschiedlicher sein könnten. Das Auckland Museum vereint auf 3 Stockwerke die weltweit wichtigste Sammlung maorischer und südpazifischer Kunst. Wobei sich das wirklich Interessante auf das Erdgeschoss beschränkt. Irgendwie wirkt alles etwas unorganisiert und so hatten wir uns mehr erhofft. Man wird halt nicht richtig „abgeholt“ und lernt so strukturiert was diese Kulturen miteinander verbindet, was sie trennt, wo sie hingehen, was aus ihnen wird. Im 2. Stock ging es dann mehr um Naturwunder und ihren Entstehung. Und im 3. dann um Kriege in welche Neuseeland involviert war. Komisch. Irgendwie scheint das Gedenken an Kriege und ihre Helden eine große Rolle für die Kiwis zu spielen, sieht man doch so ein War Memorial Gebäude fast in jeder Kleinstadt. Für die meisten aber vielleicht spannender komme ich jetzt zur Beschreibung des Skyjumps.
Es war also einmal an einem regnerischen Tag in Auckland. Die Sonne hatte sich komplett hinter dichten Wolken versteckt und ich selbst weil heilfroh darüber. Schließlich sollte es heute
rauf auf den Skytower gehen um den sogenannten Skywalk hinter uns zu bringen. Dies hatte man uns als „Geschenk“ bei unserer Abreise zugemutet und ich grüße nochmal an dieser Stelle an alle Idioten die sich freiwillig an dieser Zumutung beteiligten. Kurze Beschreibung: 192 m hoher Fernsehturm, Downtown Auckland, drum herum ein Ring aus Stahlgitter ohne Absicherung an den Seiten, Ausstieg über die Dachterrasse, Absicherung via Seil inklusive und mal schön die Aussicht für 30 Minuten genießen und dabei auf butterweichen Knien sich dem Ende zubewegen. Mit Höhenangst also nicht zu bewältigen. Gut gelaunt (es war ja stürmisch) kamen wir am Ort des Grauens an und durften befriedigt erfahren, dass der Skywalk leider nicht möglich sei. Mundwinkel hoch. Aber man könne uns stattdessen den Skyjump anbieten und der sei total awesome, with gorgeous view, exhilerating and breathtaking. Mundwinkel runter. Keine Zeit zum überlegen, denn die Instruktorin hatte morgens schon 10 Ecstasys eingeschmissen, wuselte nur so um uns herum und kaum das man sich versah hatte man schon ein komisches Kostüm mit Klettergeschirr um die Hüften am Körper. Allein die Fahrstuhlfahrt war schon ein grauen, durfte man doch schon währendessen einen Blick durch den Gläsernen auf die Stadt werfen. Ich stand an dem Ort der dem Fenster am weitesten abgewandt war, beteuerte die gesamte Zeit ich wolle das gar nicht machen, das sei ein Geschenk gewesen, nicht meine freie Entscheidung, warum soll man so was machen wenn man gar keine Lust dazu hat und befand mich noch während dieses Monologs schon auf der Plattform. Nochmals wurde alles durchgecheckt vom ambitionierten Personal und schon öffnete sich die Schiebetür zum Ausgang. Draussen war es dann so stürmisch, dass dies meine Angst wie ein Feuer noch schürte und ich sah Rike völlig geschockt hilfesuchend an. Mich hatte man zu allererst geschickt, da man befürchtete ich würde sonst gar nicht springen. Das war ja aber mein vorhaben. Also völlig von der Angst und dem Sturm gepeitscht wieder zurück ins Innere des Turms. Doch Rike wurde mir sofort wieder entrissen und stürzte sich ohne lange zu zögern dem Abgrund entgegen. Das schockierte mich um so mehr, lastete doch jetzt noch mehr auf meinem heroischen Männerherz. Also wieder raus und ich glaube die Angestellten haben noch nie so leere, Angst ausdrückende Augen gesehen. Mich haben sie schließlich rückwärts vom Turm gekickt aber ich habe mich zumindest kicken lassen. Hätte mich ja auch wie eine Katze überall festkrallen können. Unten angekommen war es natürlich exhilerating, breathtaking, gorgeous und awesome aber der Weg dahin war beschwerlich und hart. Nur als Vorgeschmack auf die uns erwartenden Treks.

Goodbye Auckland, hello Campervan. Ein erstes Zusammentreffen mit unserem neuen Freund bei Apollo. Kurze in Augenscheinnahme, Begutachtung von allen Seiten für ansprechend empfunden und schon in der Kiste gelandet. Nach kurzer Fahrt wollte der Van aber nicht mehr so wie wir wollten. Batterie leer, Rückzug zu Apollo, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Weiterfahren, Bett aufbauen, nicht möglich, zurück zu Apollo, neuer Tisch da falscher im Auto und so Gerüst fürs Bett nicht konstruierbar, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Auf nach Coromandel einer schönen Halbinsel im Nordosten der Südinsel. Dort schlängelten wir uns durch Serpentinen um am Ort der Hoffnung einzutreffen. Hahei Beach, Hot Water Beach und Cathedral Cove ein Katzensprung entfernt. Während der Fahrt schon komisches Geräusch vor allem in den Kurven, Mundwinkel nach unten. Doch viel zum Nachdenken kamen wir gar nicht vor lauter Schönheit. Noch mehr in Erstaunen versetzte uns dann das Buddeln am beschriebenen Hot Water Beach denn so hätte man sich bei entsprechender Brandung doch wirklich in ein heißes Bad setzen können. Leider hatte der Regen der letzten Tage das Meer so aufgewühlt, dass entsprechend gebuddelte Pools nach kurzer Zeit wieder zerstört wurden. So badeten wir unsere Füße im heißen Sand, genossen die Sonne, das Meer, die Brandung und die heißen Füsse die uns beschert wurden. Das Inferno lauert so nah unter der Erdkruste. Und ein Ausbruch kommt bestimmt.

Coromandel hinter uns lassend machten wir uns auf den Weg nach Rotorua. Weiterhin verfolgte uns ein sonderbares Geräusch aus den Gedärmen unseres vierrädigen Freundes. Vielleicht wusste er in welche Richtung es gehen sollte und das ihn ein Moor des Gestankes erwartete. Das dichteste und best zugängliche Geothermalgebiet der Erde mit entsprechenden Schwefelausdünstungen erwartete uns. Brodelnde Gewässer, blubbernde Schlammteiche, meterhohe Geysire, Seen in unnatürlichen Farben gefärbt durch entsprechende Mineralien und alles umgeben von dampfenden Schwaden. Der Schwefel brannte sich wirklich in jede Pore und in jedes Gedächtnis.Also rein in das Pardies des Gestankes und seinen Körper eins werden lassen mit den Schwefelmassen. Hells Gate erwartete uns und nahm uns für einige Stunden gefangen, Sclamm- und heiße Schwefelbäder in begriffen. Abends machten wir uns dann auf zum Blue Lake Campingplatz. Kaum dort angekommen machte die Karre erneut schlapp und sprang nicht mehr an. Also gleich am nächsten Morgen Anruf Apollo und halbe Stunde später stand der hiesige ADAC mit neuer Batterie vor der Tür. Mundwinkel nach oben. Als „richtiger Mann“ war ich dann fast verschämt und wies zögerlich auf das nette Geräusch hin das uns seit Auckland vorallem in den Kurven begleitete. ADAC Mann ins Auto, ich als Beifahrer mit dabei, halben Kilometer gefahren kurze Pause mit Blick unters Auto, Mundwinkel nach unten, jetzt aber vom Mechaniker. Langsam zottelten wir zurück zum Campingplatz und irgendwie wollte der nette Mensch nicht mit der Sprache herauskommen, was ihm denn bei der netten Fahrt aufs Gemüt geschlagen hatte. Schließlich offenbarte er uns, dass das Getriebe nicht richtig befestigt sei. Dies hätte jederzeit „herausfallen“ können und wäre uns das bei Tempo 100 in den Serpentinen von Coromandel passiert, dann könnte ich dies Zeilen wohl nicht mehr zum betsen geben. Kurze Reparatur vor Ort und fester Händedruck später sollte es dann zur weiteren Erkundung der Umgebung gehen. Doch leider gab der besagte „Hippie Camper“ weiterhin sonderbare Geräusche von sich. Die nächsten Stunden hingen wir also am Telefon und versuchten verzweifelt ein neues Auto zu organiesieren. Dies war so nervenaufreibend, dass viele unschöne Wörter über den Äther flossen und wir einigermassen frustiert am Blue Lake festsaßen. Doch manche Träume gehen in Erfüllung und so brachte uns ein indischer Neuseeländer ein neues Gefährt. Kurze Verabschiedung des alten Gauls und endlich konnten wir unbeschwert dem Sonnenuntergang entgegen reisen. Eigentlich ging es „“nur“ ins Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, aber das ist ja so ähnlich. Schön alles einstudiert bis zum pünktlichen Ausbruch des Geysir „Lady Knox“ bis hin zu in schön bunt verpackten Kostümen ausgestellten Salzterrassen, Seen und brodelnden Tümpeln. Davon bereits beeindruckt ging es weiter ins Agrodome. Namensgebung Chapeau! Hier sollte gepflegt „gezorbt“ werden. Fragezeichen im Gehirn. Wir auch und zwar nach durchgemachter Fahrt mit dem beschimpftenb „Zorb“, ein Ball im Ball, in welchem Mann angebunden oder mit Wasser befüllt einen Berg herunter rollt und sämtliche Orientierung verliert. Abends ging es dann noch weiter mittels Skyline Skyrides auf einen kleinen Berg mit schönem Blick auf den Rotorua Lake, welcher dann mit einem Plastikschlitten=Luge beritten wurde,
Das eigentliche Highlight unseres Rotorua Aufenthaltes war aber eigentlich Rainbow Springs mit angeschlossenem Kiwi Encounter und die abnedliche Maori Experience im Mitai Village. Rainbow Springs ist eigentlich ein unspektakulär angelegter Park mit kleinen Flüssen und Teichen in denen Regenbogenforellen aufgezogen werden. Ein wahrlicher Traum aller Angler (Gruß an Lutz). So erhascht man einen Blick über und unter Wasser und begibt sich am Ende in den beschriebenen Kiwi Encounter, um dort zum ersten Mal lustig umher hüpfende Kiwis zu bestaunen. Nachaktive Viecher, welche allerdings durch die eingeführten Opossums bedroht werden. Also Kiwi Zuchtstationen eröffnen und Opossums überfahren, knüppeln, erschießen, schächten und vergiften. Große Tierfreunde die Kiwis. Abends dann wie gesagt touristisch anmutendes Maori Spektakel im Mitai Village mit leckerem im Erdofen zubereiteten „Hangi“, einer Mischung aus Süßkartoffeln, Gemüse, Huhn- und Lammfleich. Unser Gastgeber war komplett auf Droge. Welche er vor, während und nach der Aufführung eingeworfen hatte war einfach nicht aus ihm heraus zu knüppeln. Seltsamer aber sehr angenehmer Zeitgenosse. Danach mussten wir Geld sparen und campten zum ertsne Mal wild am Blue Lake um am morgen ein Bad in den kalten Fluten zu nehmen, bvor die Reise weitergehen sollte.

Ende gut alles gut und wir ließen Rotorua und damit die stinkenden Schwaden hinter uns und machten uns auf zum Lakte Taupo. Das was mir dabei wirklich im Gedächtnis hängen blieb sind: Lange Diskussionen über einen anzustrebenden Skydive (der hier so günstig sein soll wie sonst nirgendwo auf dem Planeten), ein nettes „Art Cafe“ mit schönem Frühstück und ein anstrengender Tag auf dem Mountain Bike. Doch zunächst ging es auf Reids Farm einem kostenlosen Campingplatz der nur durch einen Abstecher zur Huka Lodge zu finden war. Gegensätze ziehen sich an und so schlafen hier verarmte Backpacker neben millionenschweren Pärchen in besagter Lodge. Sonderbares abendliches Dinner mit einem Kanadier namens Juri und Campervan Tür fest verschließen. Morgens Bad im Waikato River bei gefühlten Minusgraden. Nachdem wir uns einen Tag der völligen Entspannung hingaben ging es abends doch auf den nächsten Campingplatz, da man uns gewarnt hatte, dass an Reids Farm am Abend eine Kontrolle stattfinden sollte. Morgens früh raus aus den Federn und joggen am Taupo Lake. Direkt weiter zur Rainbow Lodge und Mountain Bike anmieten um den Esel die Berge rauf und runter zu scheuchen. Ich kann nach diesem Tag verstehen was Christian dazu treibt sein hart erarbeitetes Geld in solch Gefährte zu investieren um diese dann wöchentlich durch Schlammpfützen zu treiben. Schöner Sport mit einer richtigen Portion an Adrenalin. Ziel waren die Huka Falls, wieder mal viel zu pittoresk arrangierte Wasserfälle im Waikato River. Die Neuseeländer übertreiben wirklich mit ihrer Naturromantik. Weiter zu den Aratiatia Rapids welche pünktlich um 14 Uhr ihre Tore öffneten, um Wassermengen aus dem aufgestauten Damm der Natur zu übergeben. Rückfahrt über Asphalt und Zwischenstopp in einer Glasbläserei. Taupo Ade.

Bevor es nun weiter Richtung Ostküste gehen sollte musste ein Abstecher zur Westküste gen Waitomo Caves gewagt werden. Schöne Unterkunft in der Juno Hall und ab unter die Erde mit Paul unserem Guide. Abgeseilt an meterhohen Felsen ging es dann mal wieder in Bereiche dieser Welt die man alleine nicht beschreiten würde. Einige Höhlen wurden von „Glühwürmchen“ so hell erleuchtet, das man seine Lampe fast ausschalten konnte, andere waren so stockfinster, das unser Gehirn uns hinterging und optische Illusionen erschuf. Schöner Abstecher, aber Tongariro Crossing wartete auf seine Begehung.

Wir fuhren also nach Turangi um für den nächsten Tag einen Platz im Bus zu Buchen für den sogenannten „Great Walk“ Tongariro Crossing.
Morgens um 6 Uhr wurden wir mit anderen Mitleidenden von unserer mehr als dürftigen Unterkunft abgeholt. Dieser brachte uns innerhalb von 30 Minuten an den Ausgangspunkt unseres Trips. Nochmal Schnürsenkel fest angezogen und los ging es. Tongariro Crossing ist eine der beliebtesten Wanderrouten der Nordinsel und dies nicht ohne Grund: Innerhalb weniger Stunden geht es auf den Mond, in die Wüste, auf den Vulkan, in die Steppe, an den See, durch Buschland, über und unter den Wolken vorbei an mehreren Geothermalzonen und zurück. Wir waren so voller Enthusiasmus das wir uns die Besteigung des 2287 m hohen Mount Ngauruhuhoe nicht nehmen ließen. Eine Tortur, denn im Lavagestein wurde jeder Schritt mit nahezu zwei Schritten zurück belohnt. Völlig abgekämpft aber glücklich und mit einem gehörigen Adrenalinstoß kamen wir am Kraterrand an und konnten hier in dieser unwirklich wirkenden Szenerie die Aussicht kaum genießen. Der Abstieg war dann mehr ein Abrutsch und so waren wir nach ca. 3 Stunden wieder auf dem eigentlichen Pfad. Insgesamt 19,4 Kilometer galt es hinter sich zu bringen und so durchwanderten wir eine andere Welt, um nach ca. 8 Stunden wieder in der Realität zu landen. Wirklich einmalig und vollkommen überwältigend. Anschließend wurden die halb durchgefrorenen Glieder im Whirlpool gedünstet und die Planung der nächsten Tage fand im blubbernden Wasser stand. So sollte es eigentlich zum Kanu fahren auf den Whanganui River gehen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Dem Regen entfliehend ging es weiter gen Ostküste in die Art Déco Hochburg Napier. Am 3. Februar 1931 wurde dieses Städtchen durch ein Erdbeben quasi dem Erdboden gleichgemacht. Voller Tatendrang ging es wenig später an die Neuerrichtung im nun so trendigem Art Déco Stil. Man befindet sich wirklich mitten in den 20er/30er Jahren und so wundert es nicht, dass einmal jährlich ganz Napier sich verkleidet und eine riesige 20er Jahre Party steigen lässt. Nach Tagen im Camper gönnten wir uns ein richtiges Bett in der Stables Lodge. Nachteil: Wir fühlen uns immer alt, wenn wir in Backpacker-Unterkünften schlafen, da sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. Vorteil: Man fühlt sich wieder jung, wenn man in Backpacker-Unterkünften schläft, und sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. So lauschten wir gespannt dem dortigen Balzverhalten und trafen unverhofft auf nette britische Gesellschaft in Gestalt von Kat, die sich vom äußeren Eindruck als auch vom Alter etwas von den anderen abhob. So ging es nach etlichen Gläsern Wein weiter Richtung Süden.

Wellington begrüßte uns mit Sturm und Regen und war trotzdem herzlich. Wir fühlten uns sofort an New York erinnert. Natürlich im kleinen, aber die engen Häuserschluchten, die alternativen Läden und Cafes…sehr heimelig. Mit Kat hatten wir uns bereits telefonsich kurzgeschlossen, welche am selben Tag nach Wellington wollte und bereits dort am Straßenrand gecampt hatte. Nach Dinner in der Cuba Street wo wir erstmals wieder auf ein bekanntes, junges Gesicht aus Napier stießen in Gestalt von Daniel, einem 22 jährigen Studenten aus Kempten, legten wir uns dicht am Meer in unserem Campervan schlafen und wurden wie ein Baby vom Wind in Wellington in den Schlaf gewiegt. Morgens kurzer Abschied von Kat die leider weiter nach Christchurch musste und weiter Richtung Te Papa DAS Museum of New Zealand. Einen halben Tag verbrachten wir in der Meschugge aus historischem Museum, zeitgenössischer Kunst und Disney Land, um dann das viel spannendere Wellington zu erkunden inklusive einer Fahrt in dem viel gepriesenen Cable Car. Am nächsten Tag lockte eine Ausstellung von Bill Viola den wir bereits im Berliner Guggenheim Museum bewundert hatten im Dose Museum, Lower Hutt Valley. Nachmittags ging es zurück nach Wellington auf der Suche nach etwas Nahrhaftem. Unverhofft kommt oft und so durften wir nach einem Besuch in der Aro Street ein echtes Mischbrot deutscher Qualität unser eigen nennen. Am späten Nachmittag noch ins nationale Filmarchiv und abends erneut ins Fidel zum Bäuche auffüllen. Nach 3 Tagen Regen und Sturm inklusive Übernachtung im Camper ohne Dusche war es Zeit für die Südinsel und so setzten wir via Fähre nach Picton über auf besseres Wetter hoffend.

Leider wurden wir maßlos enttäuscht und so war die Fahrt durch die Marlborough Sounds vernebelt, verregnet und wenig einladend. Eigentlich sollte es am nächsten Tag auf den Queen Charlotte Track gehen doch auch dieser fiel namensgebend ins Wasser. Frustriert entschieden wir uns direkt weiter nach Nelson zu fahren, der Sonnenhochburg Neuseelands. Auf dem Weg dorthin wurde die Frustration in Schokolade ertränkt und so machten wir Stopp an einer Schokoladenfabrik. Crazy Shit den sie dort anboten, vollgestopft zurück ins Auto und weiter gen Sonnenschein. Unterkunft Tasman Bay Backpackers. Same Same but…und wieder Daniel…unverhofft und er ebenso frustriert da geplanter Trek zum Abel Tasman gerade abgesagt wurde…So entschieden wir uns nach einem Tag in Nelson zu dritt den Abel Tasman Coast Trek zu begehen und nach Besuch des nächsten Outdoor-Shops ging es gut gestärkt auf die dreitägige Expedition. Der erste Tag wurde im Kayak verbracht. Unser Guide Steve wusste neben anzüglichen Geschichten auch einiges interessantes über den Nationalpark zu berichten. So ging es von Marahau nach Anchorage wo wir die erste Nacht zusammen mit 20 anderen in der gleichnamigen Hütte verbrachten. Nächster Tag Regen und trotzdem 21 Kilometer weiter nach Awaroa über Bark Bay, Trotz Regen war der Tag unglaublich oder vielmehr vielleicht gerade deswegen. Man gibt häufig soviel Geld für Bespaßung jeglicher Art aus, dabei liegt die Endorphin Spritze direkt vor der Tür. Vielleicht ist es auch die Anstrengung der Wanderung, denn auch hier ging es Berge rauf und runter mit ausgleichenden Blicken über die Tasman Bay, aber die Natur ist nicht nachzumalen und erst recht nicht zu beschreiben. Highlight: Abends kamen wir bei Ebbe halbtot in Awaroa an und trafen auf ebenso halbtote Katzenhaie, die am Strand auf den kompletten Abgang warteten. Kurzerhand einige am Schwanz gepackt und in den nächsten Pril ausgesetzt. Einige Pluspunkte fürs Karma. Awaroa belohnte uns ebenso mit einer urigen, hölzernen Hütte und der Abwesenheit von allzu vielen Touristen. So waren wir lediglich zu siebt inklusive einem Pärchen aus Leipzig. Morgens ging es dann sehr früh durchs Watt weiter Richtung Endpunkt Totaranui. Dort hieß es Abschied nehmen von den Leipzigern und wir wurden von einem Wassertaxi zurück nach Waranui gebracht inklusive kleinem Zwischenstopp in Anchorage wo ich am ersten Tag meinen Seidenschlafsack vergessen hatte. Daniel packten wir erneut in unseren Camper um noch einen Abstecher zum nördlichsten Punkt der Südinsel dem Farewell Spit an der Golden Bay zu unternehmen. Der Landstrich ist voller Hippies und New Ageler und hat dadurch aber was ganz eigenes Besonderes. Sieht man sich die Umgebung inklusive der Golden Bay an, die ihrem Namen wörtlich alle Ehre macht, so kann man verstehen warum sich hier die Erleuchteten niederlassen. Wir wohnten im Innlet mit Bob und Ross und die Namen sind Programm. Nach Ausflug zu den beschriebenen Naturwundern ging es zurück nach Nelson, wo Rike und ich noch den Art Walk begehen wollten. Daniel mussten wir Richtung Westküste entlassen. Wir strebten der Ostküste entgegen.

Kaikoura lautete das nächste Ziel und schimpft sich alte Walfängerhochburg. Doch einen Schritt weiter ins nächste Jahrtausend werden Touristen harpuniert und an Schiffe gezogen, um sie zur Walbeobachtung zu zwingen. Der Spaß war zwar sehr eindrücklich mit der Sichtung von vier Giganten, doch der Preis war exorbitant meine Lieben. Unverhoffte Ereignisse machen sich dafür umso mehr bezahlt und so machten wir uns nach dem Walbeobachtungsspektakel noch auf zum Ohau Walk am selbigen Fluss der ins Meer mündet. Den Fluss aufwärts tümmeln sich an die 50 Jungrobben die dort geschützt vor Orkas groß werden. Wirklich nicht von dieser Welt, wenn so eine kleine Babyrobbe mit kindchenschema Augen auf einen zurobbt ohne Berührungsängste. Zweit Meter weiter um die Ecke tummeln sich am schönen Wasserfall fast 50 solcher Exemplare und machen das Wasser nahezu lebendig. Das ist mal wieder nicht von dieser mir bisher bekannten Welt. Völlig geflasht brachten wir dann auch eine Nacht bei 0°C im Camper hinter uns, denn die Zeit rinnt. Eigentlich wollten wir eine Nacht mit Kea-Papageien auf dem Arthurs Pass verbringen, mitten in den Bergen der zentralen Südinsel, doch kaum dort angekommen riet man uns direkt weiter zu fahren, da für den nächsten Tag Schnee in Unmengen angesagt wurde und wir ohne Schneekette quasi wörtlich eingeschneit werden würden. So ging es weiter gen Westküste und wir steuerten Punakaiki Nahe den Pankake Rocks an. Über 8 Stunden Fahrt und ich fiel aus dem Van.

Nun haben wir nach langem Schreiben die Gegenwart erreicht und ich sitze vor dem Kamin mit einem Gläschen Wein. Der heutige Tag war ebenso surreal wie die beschriebenen. Pankake Rocks heißen halt so, weil sie wie gestapelte Pankakes aussehen und das ist wirklich nicht weit hergeholt.

Neuseeland kommt vielleicht doch eher von neu sehen land……nun haben wir es also getan…zum aller ersten Mal…und das in mehreren Auslegungen und Richtungen…katastrophal wenn einem solch miese Liedtitel nicht aus dem Kopf gehen…und noch schlimmer, wenn man sie jedes mal als Einstieg zu seinen mehr oder minder gelungenen Reiseberichten missbraucht….ausserdem ist der Einstieg zwar eindeutig zweideutig…aber für uns doch mehrdeutig…so haben wir als aller erstes beschlossen die gesamte Reise um 2 Monate zu verlängern…und da geht erstmal ein grosses Dankeschön an unseren zukünftigen Arbeitgeber, der dies überhaupt ermöglicht…und zweitens sind wir wie die Bekloppten von einem 192 Meter hohen Turm in Auckland gesprungen…nur um dem Land aus allen Himmelsrichtungen näher zu kommen…exhilerating….

aber ein solcher reisebericht sollte immer da anfangen wo man mit dem letzten endete. Das war soweit ich mich erinnere Singapore…mittlerweile befinden wir uns also im Land der Kiwis, Hobbits und man lernt verstehen, warum soviele dieses Land lieben und Peter Jackson es für seine Herr der Ringe Trilogie missbraucht hat…also Ankunft in Auckland…am Flughafen schlug uns das Herz bis zur Brust, da wir zuvor von erschwerten Einreisebestimmungen gehört hatten, sollte man sich zuvor in Südoastasien aufgehalten haben…Storys wie: „Die“ packen deinen ganzen Rucksack aus, suchen nach Muscheln, Tieren, Essensresten und anderem Gedöns, das eventuell die lokale Umwelt in Unruhe versetzen könnte. Selbst Deine Sohlen werden akribisch in Augenschein genommen, denn auch dort befinden sich Erdreste mit eventuell trittbrettfahrenden Parasiten. Danach noch schön den Rucksack und sämtliche Klamotten mit insektenvernichtenden Spray bearbeiten und Du wirst eventuell über die Grenze gewinkt. Bis auf eine kurze Sohlenkontrolle durften wir nichts von dem beschriebenen selbst erfahren. Rike insbesondere hatte sehr viel Sorge, um die schönen Muscheln die sie an sämtlichen Stränden in stundenraubender Arbeit eingesammelt hatte. Hatte sie doch schon vor ihrem geistigen Auge unser gesamtes Bad damit dekoriert. Ich hoffte natürlich insgeheim insbesondere auf diese eingehende Begutachtung, doch wurde hier mehr als enttäuscht. So gingen die Schiebetüren auf und Massen an Kiwianer feierten unser Eintreffen. Doch leider galt dieser tosende Empfang nicht uns, sondern der mit uns eintreffenden Rugby Mannschaft. Nochmals größte Enttäuschung und so stiegen wir ganz unglamurös in den Bus der uns schließlich Ecke K´Road Downtown Auckland ausspuckte. Die K´Road erinnert oberflächlich vielleicht ein bisschen an die Reeperbahn. Diese Beschreibung gilt aber nur für nicht Hamburger und solche die sich noch nie in Auckland aufgehalten haben. Für Eingeweihte duftet diese Beschreibung schier nach Übertreibung. Rike sagt übrigens, das dies eine Eigenschaft an mir ist, welche sie auf dieser Reise neu an mir entdeckt hat. Ich neige, laut ihrem Eindruck, zur Übertreibung. So sind Wanderungen meist 10 Kilometer länger, Berge 1000 Meter höher, Preise 100 Euro teurer oder billiger und Plätze tausendmal schöner als sie in Wirklichkeit sind. Ich empfinde das natürlich nicht so. Schön doch wenn sich die Realität für mich so verschiebt und das meist zu meinen Gunsten. Also K´Road gleich Karangahape Road und absteigen im BK Hostel. Irgendwie waren wir anfangs schockiert, dass man sich hier Toiletten und Duschen teilen muss. Momentan empfinden wir so etwas als totalen Luxus schlafen wir doch meist in unserem 4,5 m langem Bus und riechen wie ein Iltis. Wir waren halt verwöhnte Luxuskinder und haben nun zu unserem stinkenden selbst gefunden. Die Tage in Auckland verbrachten wir also in Cafes, auf der Suche nach einem guten Tattoo Laden, in Boutiquen, Plattenläden, asiatischen Lebensmittelgeschäften, in der Domain, im Auckland Museum oder halt am Seil hängend 192 m überm Abgrund (und hier wird Rike bestätigen, dass ich nicht übertreibe). Wirklich beschreibenswert war vielleicht das Auckland Museum und der Sprung, also beschränke ich mich im weiteren auf diese zwei Highlights die vielleicht nicht unterschiedlicher sein könnten. Das Auckland Museum vereint auf 3 Stockwerke die weltweit wichtigste Sammlung maorischer und südpazifischer Kunst. Wobei sich das wirklich Interessante auf das Erdgeschoss beschränkt. Irgendwie wirkt alles etwas unorganisiert und so hatten wir uns mehr erhofft. Man wird halt nicht richtig „abgeholt“ und lernt so strukturiert was diese Kulturen miteinander verbindet, was sie trennt, wo sie hingehen, was aus ihnen wird. Im 2. Stock ging es dann mehr um Naturwunder und ihren Entstehung. Und im 3. dann um Kriege in welche Neuseeland involviert war. Komisch. Irgendwie scheint das Gedenken an Kriege und ihre Helden eine große Rolle für die Kiwis zu spielen, sieht man doch so ein War Memorial Gebäude fast in jeder Kleinstadt. Für die meisten aber vielleicht spannender komme ich jetzt zur Beschreibung des Skyjumps.
Es war also einmal an einem regnerischen Tag in Auckland. Die Sonne hatte sich komplett hinter dichten Wolken versteckt und ich selbst weil heilfroh darüber. Schließlich sollte es heute
rauf auf den Skytower gehen um den sogenannten Skywalk hinter uns zu bringen. Dies hatte man uns als „Geschenk“ bei unserer Abreise zugemutet und ich grüße nochmal an dieser Stelle an alle Idioten die sich freiwillig an dieser Zumutung beteiligten. Kurze Beschreibung: 192 m hoher Fernsehturm, Downtown Auckland, drum herum ein Ring aus Stahlgitter ohne Absicherung an den Seiten, Ausstieg über die Dachterrasse, Absicherung via Seil inklusive und mal schön die Aussicht für 30 Minuten genießen und dabei auf butterweichen Knien sich dem Ende zubewegen. Mit Höhenangst also nicht zu bewältigen. Gut gelaunt (es war ja stürmisch) kamen wir am Ort des Grauens an und durften befriedigt erfahren, dass der Skywalk leider nicht möglich sei. Mundwinkel hoch. Aber man könne uns stattdessen den Skyjump anbieten und der sei total awesome, with gorgeous view, exhilerating and breathtaking. Mundwinkel runter. Keine Zeit zum überlegen, denn die Instruktorin hatte morgens schon 10 Ecstasys eingeschmissen, wuselte nur so um uns herum und kaum das man sich versah hatte man schon ein komisches Kostüm mit Klettergeschirr um die Hüften am Körper. Allein die Fahrstuhlfahrt war schon ein grauen, durfte man doch schon währendessen einen Blick durch den Gläsernen auf die Stadt werfen. Ich stand an dem Ort der dem Fenster am weitesten abgewandt war, beteuerte die gesamte Zeit ich wolle das gar nicht machen, das sei ein Geschenk gewesen, nicht meine freie Entscheidung, warum soll man so was machen wenn man gar keine Lust dazu hat und befand mich noch während dieses Monologs schon auf der Plattform. Nochmals wurde alles durchgecheckt vom ambitionierten Personal und schon öffnete sich die Schiebetür zum Ausgang. Draussen war es dann so stürmisch, dass dies meine Angst wie ein Feuer noch schürte und ich sah Rike völlig geschockt hilfesuchend an. Mich hatte man zu allererst geschickt, da man befürchtete ich würde sonst gar nicht springen. Das war ja aber mein vorhaben. Also völlig von der Angst und dem Sturm gepeitscht wieder zurück ins Innere des Turms. Doch Rike wurde mir sofort wieder entrissen und stürzte sich ohne lange zu zögern dem Abgrund entgegen. Das schockierte mich um so mehr, lastete doch jetzt noch mehr auf meinem heroischen Männerherz. Also wieder raus und ich glaube die Angestellten haben noch nie so leere, Angst ausdrückende Augen gesehen. Mich haben sie schließlich rückwärts vom Turm gekickt aber ich habe mich zumindest kicken lassen. Hätte mich ja auch wie eine Katze überall festkrallen können. Unten angekommen war es natürlich exhilerating, breathtaking, gorgeous und awesome aber der Weg dahin war beschwerlich und hart. Nur als Vorgeschmack auf die uns erwartenden Treks.

Goodbye Auckland, hello Campervan. Ein erstes Zusammentreffen mit unserem neuen Freund bei Apollo. Kurze in Augenscheinnahme, Begutachtung von allen Seiten für ansprechend empfunden und schon in der Kiste gelandet. Nach kurzer Fahrt wollte der Van aber nicht mehr so wie wir wollten. Batterie leer, Rückzug zu Apollo, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Weiterfahren, Bett aufbauen, nicht möglich, zurück zu Apollo, neuer Tisch da falscher im Auto und so Gerüst fürs Bett nicht konstruierbar, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Auf nach Coromandel einer schönen Halbinsel im Nordosten der Südinsel. Dort schlängelten wir uns durch Serpentinen um am Ort der Hoffnung einzutreffen. Hahei Beach, Hot Water Beach und Cathedral Cove ein Katzensprung entfernt. Während der Fahrt schon komisches Geräusch vor allem in den Kurven, Mundwinkel nach unten. Doch viel zum Nachdenken kamen wir gar nicht vor lauter Schönheit. Noch mehr in Erstaunen versetzte uns dann das Buddeln am beschriebenen Hot Water Beach denn so hätte man sich bei entsprechender Brandung doch wirklich in ein heißes Bad setzen können. Leider hatte der Regen der letzten Tage das Meer so aufgewühlt, dass entsprechend gebuddelte Pools nach kurzer Zeit wieder zerstört wurden. So badeten wir unsere Füße im heißen Sand, genossen die Sonne, das Meer, die Brandung und die heißen Füsse die uns beschert wurden. Das Inferno lauert so nah unter der Erdkruste. Und ein Ausbruch kommt bestimmt.

Coromandel hinter uns lassend machten wir uns auf den Weg nach Rotorua. Weiterhin verfolgte uns ein sonderbares Geräusch aus den Gedärmen unseres vierrädigen Freundes. Vielleicht wusste er in welche Richtung es gehen sollte und das ihn ein Moor des Gestankes erwartete. Das dichteste und best zugängliche Geothermalgebiet der Erde mit entsprechenden Schwefelausdünstungen erwartete uns. Brodelnde Gewässer, blubbernde Schlammteiche, meterhohe Geysire, Seen in unnatürlichen Farben gefärbt durch entsprechende Mineralien und alles umgeben von dampfenden Schwaden. Der Schwefel brannte sich wirklich in jede Pore und in jedes Gedächtnis.Also rein in das Pardies des Gestankes und seinen Körper eins werden lassen mit den Schwefelmassen. Hells Gate erwartete uns und nahm uns für einige Stunden gefangen, Sclamm- und heiße Schwefelbäder in begriffen. Abends machten wir uns dann auf zum Blue Lake Campingplatz. Kaum dort angekommen machte die Karre erneut schlapp und sprang nicht mehr an. Also gleich am nächsten Morgen Anruf Apollo und halbe Stunde später stand der hiesige ADAC mit neuer Batterie vor der Tür. Mundwinkel nach oben. Als „richtiger Mann“ war ich dann fast verschämt und wies zögerlich auf das nette Geräusch hin das uns seit Auckland vorallem in den Kurven begleitete. ADAC Mann ins Auto, ich als Beifahrer mit dabei, halben Kilometer gefahren kurze Pause mit Blick unters Auto, Mundwinkel nach unten, jetzt aber vom Mechaniker. Langsam zottelten wir zurück zum Campingplatz und irgendwie wollte der nette Mensch nicht mit der Sprache herauskommen, was ihm denn bei der netten Fahrt aufs Gemüt geschlagen hatte. Schließlich offenbarte er uns, dass das Getriebe nicht richtig befestigt sei. Dies hätte jederzeit „herausfallen“ können und wäre uns das bei Tempo 100 in den Serpentinen von Coromandel passiert, dann könnte ich dies Zeilen wohl nicht mehr zum betsen geben. Kurze Reparatur vor Ort und fester Händedruck später sollte es dann zur weiteren Erkundung der Umgebung gehen. Doch leider gab der besagte „Hippie Camper“ weiterhin sonderbare Geräusche von sich. Die nächsten Stunden hingen wir also am Telefon und versuchten verzweifelt ein neues Auto zu organiesieren. Dies war so nervenaufreibend, dass viele unschöne Wörter über den Äther flossen und wir einigermassen frustiert am Blue Lake festsaßen. Doch manche Träume gehen in Erfüllung und so brachte uns ein indischer Neuseeländer ein neues Gefährt. Kurze Verabschiedung des alten Gauls und endlich konnten wir unbeschwert dem Sonnenuntergang entgegen reisen. Eigentlich ging es „“nur“ ins Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, aber das ist ja so ähnlich. Schön alles einstudiert bis zum pünktlichen Ausbruch des Geysir „Lady Knox“ bis hin zu in schön bunt verpackten Kostümen ausgestellten Salzterrassen, Seen und brodelnden Tümpeln. Davon bereits beeindruckt ging es weiter ins Agrodome. Namensgebung Chapeau! Hier sollte gepflegt „gezorbt“ werden. Fragezeichen im Gehirn. Wir auch und zwar nach durchgemachter Fahrt mit dem beschimpftenb „Zorb“, ein Ball im Ball, in welchem Mann angebunden oder mit Wasser befüllt einen Berg herunter rollt und sämtliche Orientierung verliert. Abends ging es dann noch weiter mittels Skyline Skyrides auf einen kleinen Berg mit schönem Blick auf den Rotorua Lake, welcher dann mit einem Plastikschlitten=Luge beritten wurde,
Das eigentliche Highlight unseres Rotorua Aufenthaltes war aber eigentlich Rainbow Springs mit angeschlossenem Kiwi Encounter und die abnedliche Maori Experience im Mitai Village. Rainbow Springs ist eigentlich ein unspektakulär angelegter Park mit kleinen Flüssen und Teichen in denen Regenbogenforellen aufgezogen werden. Ein wahrlicher Traum aller Angler (Gruß an Lutz). So erhascht man einen Blick über und unter Wasser und begibt sich am Ende in den beschriebenen Kiwi Encounter, um dort zum ersten Mal lustig umher hüpfende Kiwis zu bestaunen. Nachaktive Viecher, welche allerdings durch die eingeführten Opossums bedroht werden. Also Kiwi Zuchtstationen eröffnen und Opossums überfahren, knüppeln, erschießen, schächten und vergiften. Große Tierfreunde die Kiwis. Abends dann wie gesagt touristisch anmutendes Maori Spektakel im Mitai Village mit leckerem im Erdofen zubereiteten „Hangi“, einer Mischung aus Süßkartoffeln, Gemüse, Huhn- und Lammfleich. Unser Gastgeber war komplett auf Droge. Welche er vor, während und nach der Aufführung eingeworfen hatte war einfach nicht aus ihm heraus zu knüppeln. Seltsamer aber sehr angenehmer Zeitgenosse. Danach mussten wir Geld sparen und campten zum ertsne Mal wild am Blue Lake um am morgen ein Bad in den kalten Fluten zu nehmen, bvor die Reise weitergehen sollte.

Ende gut alles gut und wir ließen Rotorua und damit die stinkenden Schwaden hinter uns und machten uns auf zum Lakte Taupo. Das was mir dabei wirklich im Gedächtnis hängen blieb sind: Lange Diskussionen über einen anzustrebenden Skydive (der hier so günstig sein soll wie sonst nirgendwo auf dem Planeten), ein nettes „Art Cafe“ mit schönem Frühstück und ein anstrengender Tag auf dem Mountain Bike. Doch zunächst ging es auf Reids Farm einem kostenlosen Campingplatz der nur durch einen Abstecher zur Huka Lodge zu finden war. Gegensätze ziehen sich an und so schlafen hier verarmte Backpacker neben millionenschweren Pärchen in besagter Lodge. Sonderbares abendliches Dinner mit einem Kanadier namens Juri und Campervan Tür fest verschließen. Morgens Bad im Waikato River bei gefühlten Minusgraden. Nachdem wir uns einen Tag der völligen Entspannung hingaben ging es abends doch auf den nächsten Campingplatz, da man uns gewarnt hatte, dass an Reids Farm am Abend eine Kontrolle stattfinden sollte. Morgens früh raus aus den Federn und joggen am Taupo Lake. Direkt weiter zur Rainbow Lodge und Mountain Bike anmieten um den Esel die Berge rauf und runter zu scheuchen. Ich kann nach diesem Tag verstehen was Christian dazu treibt sein hart erarbeitetes Geld in solch Gefährte zu investieren um diese dann wöchentlich durch Schlammpfützen zu treiben. Schöner Sport mit einer richtigen Portion an Adrenalin. Ziel waren die Huka Falls, wieder mal viel zu pittoresk arrangierte Wasserfälle im Waikato River. Die Neuseeländer übertreiben wirklich mit ihrer Naturromantik. Weiter zu den Aratiatia Rapids welche pünktlich um 14 Uhr ihre Tore öffneten, um Wassermengen aus dem aufgestauten Damm der Natur zu übergeben. Rückfahrt über Asphalt und Zwischenstopp in einer Glasbläserei. Taupo Ade.

Bevor es nun weiter Richtung Ostküste gehen sollte musste ein Abstecher zur Westküste gen Waitomo Caves gewagt werden. Schöne Unterkunft in der Juno Hall und ab unter die Erde mit Paul unserem Guide. Abgeseilt an meterhohen Felsen ging es dann mal wieder in Bereiche dieser Welt die man alleine nicht beschreiten würde. Einige Höhlen wurden von „Glühwürmchen“ so hell erleuchtet, das man seine Lampe fast ausschalten konnte, andere waren so stockfinster, das unser Gehirn uns hinterging und optische Illusionen erschuf. Schöner Abstecher, aber Tongariro Crossing wartete auf seine Begehung.

Wir fuhren also nach Turangi um für den nächsten Tag einen Platz im Bus zu Buchen für den sogenannten „Great Walk“ Tongariro Crossing.
Morgens um 6 Uhr wurden wir mit anderen Mitleidenden von unserer mehr als dürftigen Unterkunft abgeholt. Dieser brachte uns innerhalb von 30 Minuten an den Ausgangspunkt unseres Trips. Nochmal Schnürsenkel fest angezogen und los ging es. Tongariro Crossing ist eine der beliebtesten Wanderrouten der Nordinsel und dies nicht ohne Grund: Innerhalb weniger Stunden geht es auf den Mond, in die Wüste, auf den Vulkan, in die Steppe, an den See, durch Buschland, über und unter den Wolken vorbei an mehreren Geothermalzonen und zurück. Wir waren so voller Enthusiasmus das wir uns die Besteigung des 2287 m hohen Mount Ngauruhuhoe nicht nehmen ließen. Eine Tortur, denn im Lavagestein wurde jeder Schritt mit nahezu zwei Schritten zurück belohnt. Völlig abgekämpft aber glücklich und mit einem gehörigen Adrenalinstoß kamen wir am Kraterrand an und konnten hier in dieser unwirklich wirkenden Szenerie die Aussicht kaum genießen. Der Abstieg war dann mehr ein Abrutsch und so waren wir nach ca. 3 Stunden wieder auf dem eigentlichen Pfad. Insgesamt 19,4 Kilometer galt es hinter sich zu bringen und so durchwanderten wir eine andere Welt, um nach ca. 8 Stunden wieder in der Realität zu landen. Wirklich einmalig und vollkommen überwältigend. Anschließend wurden die halb durchgefrorenen Glieder im Whirlpool gedünstet und die Planung der nächsten Tage fand im blubbernden Wasser stand. So sollte es eigentlich zum Kanu fahren auf den Whanganui River gehen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Dem Regen entfliehend ging es weiter gen Ostküste in die Art Déco Hochburg Napier. Am 3. Februar 1931 wurde dieses Städtchen durch ein Erdbeben quasi dem Erdboden gleichgemacht. Voller Tatendrang ging es wenig später an die Neuerrichtung im nun so trendigem Art Déco Stil. Man befindet sich wirklich mitten in den 20er/30er Jahren und so wundert es nicht, dass einmal jährlich ganz Napier sich verkleidet und eine riesige 20er Jahre Party steigen lässt. Nach Tagen im Camper gönnten wir uns ein richtiges Bett in der Stables Lodge. Nachteil: Wir fühlen uns immer alt, wenn wir in Backpacker-Unterkünften schlafen, da sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. Vorteil: Man fühlt sich wieder jung, wenn man in Backpacker-Unterkünften schläft, und sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. So lauschten wir gespannt dem dortigen Balzverhalten und trafen unverhofft auf nette britische Gesellschaft in Gestalt von Kat, die sich vom äußeren Eindruck als auch vom Alter etwas von den anderen abhob. So ging es nach etlichen Gläsern Wein weiter Richtung Süden.

Wellington begrüßte uns mit Sturm und Regen und war trotzdem herzlich. Wir fühlten uns sofort an New York erinnert. Natürlich im kleinen, aber die engen Häuserschluchten, die alternativen Läden und Cafes…sehr heimelig. Mit Kat hatten wir uns bereits telefonsich kurzgeschlossen, welche am selben Tag nach Wellington wollte und bereits dort am Straßenrand gecampt hatte. Nach Dinner in der Cuba Street wo wir erstmals wieder auf ein bekanntes, junges Gesicht aus Napier stießen in Gestalt von Daniel, einem 22 jährigen Studenten aus Kempten, legten wir uns dicht am Meer in unserem Campervan schlafen und wurden wie ein Baby vom Wind in Wellington in den Schlaf gewiegt. Morgens kurzer Abschied von Kat die leider weiter nach Christchurch musste und weiter Richtung Te Papa DAS Museum of New Zealand. Einen halben Tag verbrachten wir in der Meschugge aus historischem Museum, zeitgenössischer Kunst und Disney Land, um dann das viel spannendere Wellington zu erkunden inklusive einer Fahrt in dem viel gepriesenen Cable Car. Am nächsten Tag lockte eine Ausstellung von Bill Viola den wir bereits im Berliner Guggenheim Museum bewundert hatten im Dose Museum, Lower Hutt Valley. Nachmittags ging es zurück nach Wellington auf der Suche nach etwas Nahrhaftem. Unverhofft kommt oft und so durften wir nach einem Besuch in der Aro Street ein echtes Mischbrot deutscher Qualität unser eigen nennen. Am späten Nachmittag noch ins nationale Filmarchiv und abends erneut ins Fidel zum Bäuche auffüllen. Nach 3 Tagen Regen und Sturm inklusive Übernachtung im Camper ohne Dusche war es Zeit für die Südinsel und so setzten wir via Fähre nach Picton über auf besseres Wetter hoffend.

Leider wurden wir maßlos enttäuscht und so war die Fahrt durch die Marlborough Sounds vernebelt, verregnet und wenig einladend. Eigentlich sollte es am nächsten Tag auf den Queen Charlotte Track gehen doch auch dieser fiel namensgebend ins Wasser. Frustriert entschieden wir uns direkt weiter nach Nelson zu fahren, der Sonnenhochburg Neuseelands. Auf dem Weg dorthin wurde die Frustration in Schokolade ertränkt und so machten wir Stopp an einer Schokoladenfabrik. Crazy Shit den sie dort anboten, vollgestopft zurück ins Auto und weiter gen Sonnenschein. Unterkunft Tasman Bay Backpackers. Same Same but…und wieder Daniel…unverhofft und er ebenso frustriert da geplanter Trek zum Abel Tasman gerade abgesagt wurde…So entschieden wir uns nach einem Tag in Nelson zu dritt den Abel Tasman Coast Trek zu begehen und nach Besuch des nächsten Outdoor-Shops ging es gut gestärkt auf die dreitägige Expedition. Der erste Tag wurde im Kayak verbracht. Unser Guide Steve wusste neben anzüglichen Geschichten auch einiges interessantes über den Nationalpark zu berichten. So ging es von Marahau nach Anchorage wo wir die erste Nacht zusammen mit 20 anderen in der gleichnamigen Hütte verbrachten. Nächster Tag Regen und trotzdem 21 Kilometer weiter nach Awaroa über Bark Bay, Trotz Regen war der Tag unglaublich oder vielmehr vielleicht gerade deswegen. Man gibt häufig soviel Geld für Bespaßung jeglicher Art aus, dabei liegt die Endorphin Spritze direkt vor der Tür. Vielleicht ist es auch die Anstrengung der Wanderung, denn auch hier ging es Berge rauf und runter mit ausgleichenden Blicken über die Tasman Bay, aber die Natur ist nicht nachzumalen und erst recht nicht zu beschreiben. Highlight: Abends kamen wir bei Ebbe halbtot in Awaroa an und trafen auf ebenso halbtote Katzenhaie, die am Strand auf den kompletten Abgang warteten. Kurzerhand einige am Schwanz gepackt und in den nächsten Pril ausgesetzt. Einige Pluspunkte fürs Karma. Awaroa belohnte uns ebenso mit einer urigen, hölzernen Hütte und der Abwesenheit von allzu vielen Touristen. So waren wir lediglich zu siebt inklusive einem Pärchen aus Leipzig. Morgens ging es dann sehr früh durchs Watt weiter Richtung Endpunkt Totaranui. Dort hieß es Abschied nehmen von den Leipzigern und wir wurden von einem Wassertaxi zurück nach Waranui gebracht inklusive kleinem Zwischenstopp in Anchorage wo ich am ersten Tag meinen Seidenschlafsack vergessen hatte. Daniel packten wir erneut in unseren Camper um noch einen Abstecher zum nördlichsten Punkt der Südinsel dem Farewell Spit an der Golden Bay zu unternehmen. Der Landstrich ist voller Hippies und New Ageler und hat dadurch aber was ganz eigenes Besonderes. Sieht man sich die Umgebung inklusive der Golden Bay an, die ihrem Namen wörtlich alle Ehre macht, so kann man verstehen warum sich hier die Erleuchteten niederlassen. Wir wohnten im Innlet mit Bob und Ross und die Namen sind Programm. Nach Ausflug zu den beschriebenen Naturwundern ging es zurück nach Nelson, wo Rike und ich noch den Art Walk begehen wollten. Daniel mussten wir Richtung Westküste entlassen. Wir strebten der Ostküste entgegen.

Kaikoura lautete das nächste Ziel und schimpft sich alte Walfängerhochburg. Doch einen Schritt weiter ins nächste Jahrtausend werden Touristen harpuniert und an Schiffe gezogen, um sie zur Walbeobachtung zu zwingen. Der Spaß war zwar sehr eindrücklich mit der Sichtung von vier Giganten, doch der Preis war exorbitant meine Lieben. Unverhoffte Ereignisse machen sich dafür umso mehr bezahlt und so machten wir uns nach dem Walbeobachtungsspektakel noch auf zum Ohau Walk am selbigen Fluss der ins Meer mündet. Den Fluss aufwärts tümmeln sich an die 50 Jungrobben die dort geschützt vor Orkas groß werden. Wirklich nicht von dieser Welt, wenn so eine kleine Babyrobbe mit kindchenschema Augen auf einen zurobbt ohne Berührungsängste. Zweit Meter weiter um die Ecke tummeln sich am schönen Wasserfall fast 50 solcher Exemplare und machen das Wasser nahezu lebendig. Das ist mal wieder nicht von dieser mir bisher bekannten Welt. Völlig geflasht brachten wir dann auch eine Nacht bei 0°C im Camper hinter uns, denn die Zeit rinnt. Eigentlich wollten wir eine Nacht mit Kea-Papageien auf dem Arthurs Pass verbringen, mitten in den Bergen der zentralen Südinsel, doch kaum dort angekommen riet man uns direkt weiter zu fahren, da für den nächsten Tag Schnee in Unmengen angesagt wurde und wir ohne Schneekette quasi wörtlich eingeschneit werden würden. So ging es weiter gen Westküste und wir steuerten Punakaiki Nahe den Pankake Rocks an. Über 8 Stunden Fahrt und ich fiel aus dem Van.

Nun haben wir nach langem Schreiben die Gegenwart erreicht und ich sitze vor dem Kamin mit einem Gläschen Wein. Der heutige Tag war ebenso surreal wie die beschriebenen. Pankake Rocks heißen halt so, weil sie wie gestapelte Pankakes aussehen und das ist wirklich nicht weit hergeholt.

Neuseeland kommt vielleicht doch eher von neu sehen land…



…and the beat goes on…

11 05 2010

…warum will Janosch eigentlich nach Panama??…Warum wollten wir eigentlich weg von „zu Hause“…weil da ist es doch am schönsten? Einmal auf Palawan und ihr habt kein zu Hause mehr …weg von der Kirchturmspitze, rein ins Getümmel…auf nach Palawan…das erste Mal führt sich diese Reise wie Urlaub an…oder je nachdem was man unter Urlaub versteht…aber will man Sonne, Strand, Meer…dann findet man es hier…daneben hat Palawan aber noch soviel mehr zu bieten…unterirdisch verlaufene Flüsse, Berge, Urwald…kaum zu glauben, dass dies die ehemalige „Lepra Insel“ des Landes war…aber vielleicht befand sie sich deshalb so im Dornröschenschlaf…und wollte der Tourismus hier auch mal Fuss fassen, so stolperte 2002 über fundamentalistische Moslems oder deren Trittbrettfahrer, die auf Palawan 2 oder 3 Westler entführten um einen von denen bei nicht bezahltem Lösegeld eine Kopf kürzer zu machen…so strauchelte die Insel mehr als das sie ins nächste Jahrtausend sprinten konnte…denn die Massen blieben fern…doch langsam beginnt sie wieder zu atmen und zu leben…Verbindungen werden wieder reanimiert…es bildet sich eine Infrastruktur, welche aber nicht das Mass überschreitet…doch mal wieder Kassette einlegen und zurückspulen…Sagada hat uns in die weite Welt geschickt und so mussten wir auf eigenen Füssen stehend weiter ziehen…irgendwie bereitete uns Manila Kopfzerbrechen…selbst die Flipininos rieten uns ab auch nur einen Tag mehr als nötig in ihrer Hauptstadt zu verbringen…nehmt kein Essen von Mitreisenden an, insbesondere keine mit K.O.-Tropfen präparierten Bonbons…steigt niemals in Taxis ohne die Rückbank zu checken…geht nicht dort hin…tut nicht jenes, vermeidet dieses…Paranoia? Wir hatten ja viel gelesen, aber aus dem Mund uns jetzt so vertrauter Gesichter? Was sich wirklich schwierig gestalte, war zu einer christlichen Uhrzeit in diesem so wohl gepriesenen Ort anzukommen…das hielten wir für die halbe Miete, wollten wir doch überleben und vielleicht auch noch mit Ipod und Laptop im Gepäck…also verließen wir Sagada um 4:30 Uhr in der Nacht, um über das zuvor schon viel „gelobte“ Baguio nach Manila zu reisen…14 Stunden Busfahrt und wir hatten es geschafft…so gut es ging tarnten wir uns als Filipinos, doch rote Haare, Sommersprossen, sowie Rucksack und Fjällraven Hose sind nicht landestypische Erkennungsmerkmale…also schnell von einem Vehikel ins nächste um kaum erkannt im Hotel zu landen…nach Ankunft mussten wir erstmal Luft holen, nahmen die Scheuklappen ab und sahen vielleicht durch unser naives Auge eine lebendige, etwas chaotische Großstadt mit zwei Gesichtern…moderne Malls in zum himmelstrebenden Hochhäusern gefüllt mit lachenden, gut aussehenden und wahrscheinlich wohl situierten Filipinos auf der einen Seite und heruntergekommene, Leid geplagte, meist noch viel zu junge Gesichter auf der anderen Seite…erneute Prostitution an jeder Ecke, wobei auch hier uns das eine oder andere Gesicht viel zu jung erschien…trotzdem war Manila weit weg von dem Image, dass wir uns vorher gemalt hatten bzw. was uns gezeichnet wurde und so verbrachten wir einen viel zu kurzen Tage in dieses doch aufgeregten Metropole…erneuter Flug mit Cebu Pacific und nach einer Stunde landeten wir auf der beschriebenen Trauminsel…der erste Eindruck ließ dies jedoch nicht vermuten, denn so schön Puerto Princesa als Hauptstadt der Insel auch sein mag so ist es doch gegen all andere Orte auf dieser Insel chancenlos und hinkt weit hinterher…auch ein „auf die Straße Müll werfen“ Verbot mit saftigen Strafen à la Singapur mochte daran nicht viel ändern…doch das wussten wir ja alles zu diesem Zeitpunkt noch nicht…unsere Unterkunft war eine kleine Travelleroase mit ebenso bescheuerten wie freundlichen Gestalten…“Banwa“ mitten eher im Nierenbereich von Puerto Princesa denn das Herz schlug eher woanders auch wenn es hier eher so vor sich hinpocherte ohne erkennbaren Rhythmus…Rike tappelte schon den ganzen abend von einem Fuß auf den anderen machte sich doch Aufregung in ihr breit vor der ihr gestellten Aufgabe…denn ein Tauchschein musste her…haben wir jetzt schon so viel schönes an der Oberfläche gesehen, so verbarg sich doch noch eine ganz andere Welt unter der selbigen…also Taucherbrille auf, Schnorchel rein nochmal tief Luft holen über Wasser um dann zum ersten Mal selbiges unter Wasser zu vollführen…das geschah alles am ersten Tag noch in den wohligen Gefilden eines Pools…erst am nächsten Tag ging es in die salzigen Gefilde und so war uns beiden doch etwas mulmig uns rückwärts vom Boot in die in Gedanken haiverseuchten Fluten zu stürzen um dann nicht nur wie am ersten Tag einen Meter unter zu tauchen, sondern uns bis zu 12 Meter hinunter zu gehen,,,das hört sich immer erstmal nicht so tief an, doch sitzt man zum ersten Mal allein auf dem Meeresgrund, kniend zwischen Fischen und Korallen Gleichgewicht suchend mit dem Blick nach oben zu seiner Partnerin und dem philippinischen Tauchlehrer Romel, die man beide nur schemenhaft erkennt etwas geblendet durch die Sonnenstrahlen die weit aufgefächert die ersten Meter durchdringen so mag man vor seinen geistigen Auge vielleicht erkennen, dass dies atemberaubend ist, ohne dass man sich bisher überhaupt umgeschaut hat…das erste was wir aber gelernt haben ist das atemraubend keine Option ist, also brav weiter ein und ausatmen und zum ersten Mal die Flossen in Bewegung setzen und sich auf das einlassen was uns durch TV und Bildern doch bekannt aber doch so fremd erscheint…Romel erwiess sich hierbei als Türöffner zu einer neuen Welt als genau richtiger Schlüsselkeeper und so konnte er auch Rike die Angst nehmen und so verbrachten wir fast vier Tage zumindest in Gedanken mehr unter als über Wasser, denn auch nach den erfolgten Tauchgängen mussten wir uns noch weiter mit der Theorie beschäftigen, um am letzten Tag unser ersehntes Zertifikat in den Händen zu halten…also Sachen gepackt um die meisten davon zurückzulassen…denn leicht bepackt reist es sich im wahrsten Sinne des Wortes leichter und so ging es verrückt weiter nach Coco Loco…ein eher karibisch anmutender kleiner Sandhaufen an der Nordostküste von Palawan…hier sollte es neben Essen, Schlafen, Lesen und selbiges in jeglicher Kombination nichts weiteres geben….das ließ sich auch mehr als gut aushalten…doch die Franzosen machten uns einen strich durch die Rechnung und so trieb uns auch unser schlechtes Gewissen wieder unter Wasser…so traf man auf diesem Part der Reise auf eine ganz andere Gruppe von Urlaubern deren Aussortierung mal wieder über den Preis des Spektakels stattfand…denn die Tage und Nächte auf diesem Eiland waren die bisher für uns teuersten doch für die Franzosen die man dort antraf wahrscheinlich die bis dato billigsten…so lief man sich genau in der Mitte über den Weg und wie sich nachher herausstellte nicht nur einmal sonder öfter auf dieser Reise…jedenfalls machte uns der eine dieser Baskenmützenträger nicht nur auf die kulinarischen Vorzüge der Unterwasserwelt aufmerksam und so ging es doch ein paar Schritte weiter zum Tauchshop…eigentümlicherweise wurde wir in norddeutscher Manier nahezu wortlos oder karg begrüßt…was daran lag, dass sich hier ein Exemplar aus diesen Gefilden niedergelassen hatte der seit mehr als 7 Jahren das Riff vor seiner Haustür hegt und pflegt wie seinen eigene Garten und jeden Stein und jedes Getier kennt und wirklich liebt….nachdem es nach wenig Kommunikation also wieder unter Wasser ging wurde bei selbigem Tauchmeister wohl ein Hebel im Kopf umgelegt und so sprudelten die Worte nach über 70 minütigem Tauchgang nur so aus ihm heraus…merke: kann ein Norddeutscher nicht reden, sondern nur mit Zeichensprache kommunizieren, so reagiert er trotzig und versucht das ganze mit einem Wortschwall zu kompensieren sobald er die Gelegenheit dazu bekommt….dieser Schwall gestaltete sich aber mehr als interessant und so lernten wir weiter mehr über Flora und Fauna um nach 3 schönen Tagen wieder aufs Boot zu steigen um den nun sehr staubigen Weg weiter zu beschreiten gen El Nido…mehr als einmal haben wir bisher auf den Philippinen das Gefühl gehabt uns auf südamerikanischen oder spanischem Terrain zu befinden mit Ortsnamen wie besagten oder El Salvador, Buenavista oder Valencia, selbst durch Trinidad durften wir noch reisen, aber dazu später…El Nido glänzt nicht durch den Ort auf dem Festland an sich, sondern vielmehr durch die ihm vorgelagerten Inseln…der eigentliche Zeitvertreib besteht also aus Islandhopping…also Boot gechartert und sich mit 8 nicht englisch sprechenden Chinesen auf selbigen wieder finden…einzige Kommunikation war das Angebot von Mentholzigaretten und Zeichensprache, aber das waren wir ja durch das vorangegangene Tauchabenteuer gewohnt streicht man mal den Nikotinteil aus dem vorangegangenen Abschnitt…El Nido ist nicht mehr unberührt doch die Quantität an Qualität verteilt den Tourismus so gut…dass man manchmal doch glaubt der erste Mensch zu sein der sich diesen Sand durch die Zehen rieseln lässt an diesem Bilderbuchstrand…grundlos ist so ein Fischerdorf ja nicht innerhalb von 10 Jahren zum Touristenmagnet geworden…das ganze vor der Kulisse ekelhaft romantischer Sonnenuntergänge…egal wir müssen weiter oder vielmehr zurück, denn die Tage auf Palawan verstrichen wie im Fluge und so ginge es weiter flugtechnisch gesehen nach Bohol als letzten Punkt unserer Philippinen Rundfahrt…Bohol liegt mitten in den so genannten Visayas die Inselgruppe quasi zwischen Luzon, Palawan und Mindanao…doch zuerst landeten wir auf Cebu und mussten weiter mit dem Boot nach Tagbilaran der größten „Stadt“ auf Bohol…Bohol macht auf sich aufmerksam mit großen Postern mit komisch geformten Hügeln die als sogenannte „Chocolate Hills“ verkauft werden…wahrscheinlich treibt einen also diese süßlich, cremige und braungefärbte Assoziation auf dieses Eiland, denn gute Schokolade gibt es so selten wie Käse…unsere Unterkunft lag mitten im Urwald…von der Hauptstraße 20 minütiger Fußmarsch durch den selbigen auf einem je nach Wetterlage mehr oder minder geformten Weg um dann noch 200 Stufen hinab zu klettern…Bungalow direkt am sogenannten Lobok River und wieder eher südamerikanische Assoziationen im Kopf sahen wir uns doch schon fast an einem kleinen Arm des Amazonas…nach etwas unruhiger Nacht, denn nachts erwacht der Urwald und Geräusche ließen sich nicht eindeutig bekannten Tieren zu ordnen, schwangen wir uns auf ein geliehenes Motorbike, welches in den nächsten Tagen unser bester Begleiter werden sollte…nach kurzer Stipvisite an mehreren über den Fluß gebauten hängenden Brücken ging es weiter zum Tarsier Sanctuary…Tarsier oder auch Kobolde wecken wohl in jedem Vater- bzw. Muttergefühle…eine Prise vom Kater aus Schreck, ein wenig Gizmo der kleine Gremlin, sowie froschähnliche Tatzen und schon geht einem das Herz auf…leider können Tarsier kaum ihre übermenschlich großen Augen bewegen, dafür aber ihren Kopf fast um 360° drehen was dem ganzen nochmal einen Schwung Surrealität verpasst…einst machten sie ganz Bohol unsicher, doch genau das oben beschriebene Erscheinungsbild wurde ihnen zum Verhängnis…so wurden sie von Einheimischen gefangen und eingesperrt, um sie den Touristen zu präsentieren…heute strikt untersagt aber breit haben sie sich trotzdem nicht gemacht…noch ganz in Gedanken gefangen sollte ging es dann zum Sonnenuntergang auf den Chocolate Hills, doch 11 Kilometer vorm erreichen des Zieles verschwand die leuchtende Kugel hinterm Horizont…also früh raus am nächsten Tag um die ganze Insel zu durchqueren und die ebenso surrealen Hügel zu bewundern…die Sehnsucht nach Meer führte uns dann doch nochmal auf eine kleine durch einen Damm mit dem Festland verbundene Insel und nach erfrischendem Bad Rückkehr…abends tat uns dann jeweils der Hintern extrem weh, hatten wir doch jeden Tag gute 7 Stunden allein auf dem Motorrad verbracht…so hatten wir uns eine Pause verdient und am folgenden Tag sollte es morgens bereits um 5 Uhr zum „Whale und Dolphin-Watching“ gehen…noch etwas gerädert rauf aufs Boot und rein in den Sonnenaufgang…nach langer Suche hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben als dann doch einige Delphine die Oberfläche durchbrachen…geleitet wird das ganze von ehemaligen Walfängern…so scheint das ganze Spektakel zwar auf den ersten Eindruck für philippinische Verhältnisse etwas überteuert, doch auf den zweiten Blick rettet man ja so schließlich Wale und Delphine und bietet den ehemaligen Jägern eine andere Option zur Sicherung ihres Einkommens…danach Aufenthalt auf der Bohol vorgelagerten Fischerinsel…hier schlägt der Puls nochmal deutlich langsamer…möglicherweise wurde dieser Eindruck nochmals verschärft aufgrund des sonntäglichen Aufenthaltes…so blieb Zeit für ein längeres Gespräch mit einer Filipina, welche trotz schwieriger Lebenssituation (Scheidung, 3 Kinder, keine Ausbildung, niedriges Gehalt) auf den ersten Blick zwar glücklich erscheint aber eher durch das verklärte romantisierende Auge des Touristen…so ist man doch verleitet finanzielle Unterstützung anzubieten, was die Sache für einen dann aber auch wieder zu einfach macht und Probleme nur oberflächlich löst…als Tourist denkt man häufig alle Strände, Bäume und Hügel wurden für uns so platziert und alle leben und lieben den Tourismus in einem solchen Land…doch nebenher gestalten wahrscheinlich 95 % ihren Alltag ganz anders…eigentlich logisch doch auf Reisen wird man manchmal so naiv…ich hab ja auch mal gelesen, dass man in einen zweiwöchigem Urlaub bis zu 10 IQ Punkte verliert…gar nicht auszudenken wie sich das auf einer solchen „Langzeitreise“ bemerkbar machen wird…die folgenden zwei Tage ging es wieder auf die Motorräder nun zusammen mit Alex einem weiteren Deutschen…leider platze uns auf einer Fahrt spät abends der Reifen…so dass ich mich mit dem ausgebauten Rad unterm Arm einem alkoholisierten Filipino anvertrauen musste der mich zum nächsten Vulkunazing Shop fahren sollte….während der mir lallend das Ohr abkaute, flickten andere 3 große Löcher und Rike verspeiste gemütlich Hühnerfüße die der Hunger in sie hineintrieb…Ende gut alles gut…müde ins Bett…der nächste Tag gestaltete sich etwas frustrierend…eigentlich sollte es in einen Natur-Adventure-Park gehen…doch der Weg war das Ziel und so kamen wir nach langer Suche viel zu spät an, um unverrichteter Dinge wieder zurückzukehren…nach 4 Wochen hieß es also nun Goodbye Philippinen und Welcome Singapore…neben Shopping, Sightseeing gehörte zu unserem 3 tägigen Aufenthalt auch ein Besuch der neu eröffneten Universal Studios…jetzt sitzen wir im Flugzeug gerade zwischen Sydney und Auckland…noch 30 Minuten und nach Sommer folgt bekanntlich Winter…abschließend möchten wir uns nochmal für die lange Sendepause entschuldigen…wir haben aber beide nicht die Lust verspürt zu schreiben…das hat viel damit zu tun, dass dies nun alles nach 2 Monaten kein Urlaub mehr ist, sondern im Augenblick unser Leben…Berlin ist in sehr weite Ferne gerückt…so denken wir wenig an zu Hause aber sehr viel an unsere Freunde und Familie…kompensatorisch mochte man am Anfang die Nabelschnur zur bekannten Welt nicht kappen…also sollte es wieder so lange brauchen bis zur nächsten Nachricht so wertet das als gutes Zeichen…denn unser Fernweh ist immer noch größer als unser Heimweh…



Flippininos

13 04 2010

…ich bin gerade aufgewacht, hab meine Augen aufgemacht, für einen ersten Schritt ist es nie zu spät…sorry aber wir werden zur Zeit von allen Seiten mit Vidoke der lokalen Form des Karaokes beschallt, so daß wir nur noch in Songtexten denken und schreiben können…was für ein fröhliches Pfeifen am morgen, immer ein Lied auf den Lippen und den Schalk im Nacken…we just had a clown for breakfast…kurzum, wir sind sicher auf den Philippinen und nicht wie einige noch befürchten dürften noch zwischen den Demonstranten in Bangkok…trotzdem will ich diesem Thema mal ein paar Zeilen widmen, da meiner Meinung die Berichterstattung in Europa sehr einseitig ist…vor ca. 10 Tagen sind wir nach einem bumpy busride aus Phnom Penh kommend, die Grenze überquerend mal wieder in meiner Lieblingsmetropole Bangkok gelandet…zu diesem Zeitpunkt hielten sich zwar die „Rothemden“ schon in Bangkok auf und sämtliche Shopping Malls und Mekkas waren geschlossen, wegen befürchteter Ausschreitungen, doch es waren allesamt friedliche Demonstrationen mit oben beschriebener Beschallung…sprich…man zog mit kleinen Love Parade Trekkern durch Bangkok tanzte und feierte sich selbst…natürlich wurde in typisch ostasiatischer Mentalität Blut vor dem Regierungssitz vergossen, doch bis dato ja nur symbolisch, um die Regierung und Regierungschef Abhisit zum Rücktritt zu bewegen und Neuwahlen zu initiieren…die „Rothemden“ wie ja so schön in den Medien beschrieben sind die Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin…Sie gehören der eher armen, weniger gebildeten Schicht Nordthailands an und werfen der Regierung Korruption und Mauschelei mit der elitären Rige des Landes vor…das klingt ja bis hierher alles ganz schön und romantisch, wenn sie aus freien Stücken demonstrieren würden…aber ein Großteil der „Rothemden“ wird für ihren Aufstand bezahlt, sprich für jeden Tag auf der Straße bekommen Sie ein Gehalt gesponsert durch den ehemals gestürzten Regierungschef Thaksin…dieser befindet sich im Exil in DUBAI und sitzt dort wie Dagobert in seinem Geldpanzer und hat weiterhin nur Dollars vor den Pupillen…seine Marionetten vergiessen also zu diesem Zeitpunkt ihr teuer erkauftes Blut auf Bangkoks Straßen, während sich besagter Bonze gerade in seinem Gold gefüllten Jacuzzi rekelt…natürlich mag man ja jetzt auch sagen, die Landbevölerung könnte es sich gar nicht leisten auf die Straßen Bangkoks zu gehen um für ihre Rechte zu demonstrieren…jeder Tag Gehaltsausfall, wäre für sie ein weiterer Abstieg Sprosse um Sprosse auf der Leiter ihres ungerechten Lebenszirkels…aber der Name und der Mann der hinter allem steht spricht nicht für das Gute im Lande…damit würde man einen korrupten Politiker durch den nächsten ersetzen…der ewige Teufelskreislauf…so zumindest berichtet durch Thailänder in Bangkok selbst und teilweise in Blogs und Kommentaren zu Berichten in weltweiten Medien…wir waren ja auch jungfräulich, unwissend…doch hatten wir einen sehr aufschlussreichen abend in einer netten „Beach Bar“ Nähe Khao San…so kamen wir nach leckerem Essen und einigen Drinks mit der Inhaberin ins Gespräch und bekamen so Anregung uns auch mal in die andere Richtung zu informieren…das traurige daran ist, dass ich jetzt mal dem Herren aus Dubai unterstellen mag, dass sie diesen Zeitpunkt bewusst gewählt haben, da sich der König des Landes in nicht allzu guter Verfassung befindet und aktuell wieder im Krankenhaus verweilt…würde dieser fähig sein auch nur ein Wort zu seiner Bevölkerung zu sprechen, so wäre voller Ehrfurcht das Ganze wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden beendet…aber dies ist nur eine Vermutung…so sind wir also von einem etwas älterem geschichtlichem Geschehen in ein aktuelles gerutscht…und haben diesem aber auch nach 3 Tagen zumindest physisch wieder den Rücken zugekehrt…zum Abschluß hatten wir noch einen sehr netten abend in Bangkoks Skybar…hoch oben geradezu thronend 242 Meter über Bangkok…man kann sagen wir wollten uns nochmal einen Überblick über alles verschaffen, um dann einige Stunden später die Reise fortzusetzen…doch zunächst wollte man uns gar nicht loslassen, denn ohne nachzuweisendes Ausreiseticket hätten wir philippinischen Boden gar nicht betreten dürfen…so musste Hals über Kopf noch am Flughafen von Bangkok ein Ticket gebucht werden…und so setzten wir uns gestresst und mit einem etwas mulmigen Gefühl auf unsere Plätze und mochten uns fast nicht anschnallen…sollte all dies ein Zeichen gewesen sein nicht einen Fuß in das Flugzeug und vielleicht auf philippinischen Boden zu setzen…Rike ging es zu allem Überfluß dann nicht nur psychisch, sondern auch physisch nicht allzu gut und sie haderte mit schmerzenden Gliedern und einer aufkommenden Grippe…doch kaum den Flug überstanden hatten sich sämtliche Sorgen in Luft aufgelöst und…wurden durch neue ersetzt….denn der erste Eindruck den wir in Clark (einer ehemaligen Air Base der Amerikaner in Angeles auf Luzon 2 Stunden von Manila entfernt) erhielten war überhaupt nicht paradisisch und unbeschwert…Ankunft um 4 Uhr in der Nacht, mehr oder minder komplizierter Transport zum Guesthouse, minder freundlicher Empfang mit der Auskunft man könne erst um 2 Uhr nachmittags einchecken und wenig entspannender Schlaf auf einer der Liegen am Pool um dann aufzuwachen umgeben von alten, hässlichen, weißen Männern mit dicken Bäuchen und dicken Portemonnaies neben dagegen grotest schlanken, hübschen und ebenso jungen philippinischen Frauen…Willkommen im größten Puff Südostasiens in welchem wahrscheinlich die Nachfrage zu amerikanischen Besatzungszeiten den Markt bestimmt hatte…draußen vor dem Hotel war der Eindruck auch nicht besser, so dass wir uns den ersten Tag natürlich noch etwas gerädert in unserem Zimmer verschanzten und room service zu schätzen wussten…noch nicht einmal der Pool und das sonnige Wetter konnte uns richtig hinterm Ofen herauslocken, denn bei der Vorstellung was alles in diesem Pool so schwimmt und nicht abgeschöpft werden kann, da von nicht zu beschreibener Konsistenz, oder zu kräuselig, haarig um von der Saugpumpe erwischt zu werden, ja, da verging uns jegliche Lust und vielleicht auch Mut uns in die Fluten zu stürzen…am nächsten Tag ging es dann kontrastreich weiter…denn nun erschloss sich zum ersten Mal die Naturgewalt dieses Landes…mit dem Jeep ging es zunächst auf aspaltierten Straßen gen Nordwesten, weiter auf Straßen, die sich solche gar nicht nennen dürfen, weiter durch ein mehr oder minder ausgetrocknetes Flußbett eine Mond- und Kraterlandschaft erreichend zum eigentlichen Ziel dem Mount Pinatubo…gleichzeitig Berg und Vulkan hatte er 1991 nicht leider nur die Amerikaner zu einem frühzeitigen Abzug bewegt, sondern auch vielerorts Leben und Substanz gefordert…uns zeigte er sich von seiner idyllischen Seite…und so nahmen wir nach kurzen Aufstieg ein erfrischendes Bad in den nun einladenen, türkisblauen Fluten…abends dann wieder zurück in die Realität und zur Begrüßung stürzte sich in einem dunklen Abschnitt der Straße eine Kinderhorde auf uns, die ihre Hände sehr professionell in jegliche Taschen wandern ließen….gleich mal ein Machtwort gesprochen und ohne Blessuren und Verluste im Hotel gelandet…am nächsten Tag sollte es in die Sommerresidenz der Einwohner Manilas gehen nach Baguio in den Kordilleren 1500 Metern hoch oben in den Bergen…die Fahrt dahin ließ besseres erhoffen doch der Rachen unserers Busses spie uns im nächsten Moloch aus…leider machte dieser Ort schon lange nicht mehr durch eine frische Briese von sich reden, sondern fing sämtliche Abgase der tumormässig wachsenden Stadt in sich auf…auch hier war das Gefühl auf den Straßen nicht allzu sicher, was wir aber als gute Vorbereitung auf Südamerika sahen…Ankunft abends, noch ein leckeres Dinner im Cafe by the ruins, eine nette Oase in der Wüste des Smogs und nächsten morgen Flucht weiter gen Norden…hier dreht sich das Blatt und endlich haben wir den Ort erreicht, den wir dachten hier auf den Philippinen zu finden…Sagada…ruhig und beschaulich liegt der kleine Ort in einem Tal eingefasst durch Berge in jeder Himmelsrichtung und umrahmt durch grün schimmernde Reisterassen…Unterkunft im Lemon Pie Haus, welchem seinem Namen alle Ehre erweist und uns ein zu Hause fern von dem selbigen geben kann…lachende, kontaktfreudige Leute ringsherum…und so lernen wir langsam die philippinische Mentalität verstehen und lieben…nach erholsamen Schlaf rauf die Berge, rein in die Höhlen und untergetaucht in den Reisterassen und im natürlich angelegten Pool des nächsten Wasserfalls…gestern ging es ebenso weiter, aber nun mit Guide in der Gestalt unserer gastgebenen Wirtin Bogan, die uns hoch und runter schäuchte und das meine ich wörtlich…hier kann man gar nicht atmen vor so viel Schönheit…und wir blicken nun enthusiastisch dem Fortschreiten unserer Reise entgegen…bald geht nach Palawan…und wie heißt es so schön: Wo liegt eigentlich Palawan? Oder Oh wie schön ist Palawan? Immer der Banane nach! Wir drücken euch…(PS siehe Fotos facebook)



Angkor What??

4 04 2010

…sorry für die lange Funkstille, aber irgendwie war mir auch nicht nach schreiben…vielleicht merkts ja auch keiner…kann ja nicht einsehen, wieviele Leute regelmäßig unseren Blog besuchen…daher schreibe ich auch ein wenig für mich, um das erlebte nochmal zu verarbeiten, bzw. um mit 90 in meinem Schaukelstuhl auf der Veranda meine Milch schlürfend alte Zeiten Revue passieren zu lassen…also alte Aufzeichnungen nochmals lesend…stehen geblieben waren wir ja in Siem Reap…das liegt für mich jetzt auch schon gedanklich etwas zurück…Zeit ist hier ein sehr dehnbarere Begriff…kurzum…einchecken durften wir im Golden Banana, das bisher schönste Hostel unserer Reise…Kambodscha ist komischerweise auch das bisher teuerste Land des bisherigen Trips…sogar teurer als Thailand obwohl entwicklungstechnisch hier noch einiges im argen liegt…alles wird in Dollar bezahlt und nicht mit den einheimischen Riels…das ruft in einem ersteinmal das Gefühl unterschiedlicher Preise für Einheimische und Touristen hervor, was ja irgendwie ok ist aber durch die verschiedene Währung wird nochmals so eine Barriere geschaffen…egal…erster Tag Nationalmuseum mit allen Hintergründen zu den Tempeln von Angkor und ihrer Geschichte…waren auch ehrlich gesagt noch etwas gerädert durch den vorangegangenen Trip…trotzdem hielten wir uns in den Gemäuern über 4 Stunden auf…was insgesamt eher an dem gutgemachten Museum als an unserer allgemeinen Lethargie lag…abends noch kurz auif den „alten Markt“, mehr war einfach nicht drinne…zweiter Tag wurde Angkor Wat mit einem gemieteten Drahtesel unsicher gemacht…so sind wir bestimmt an die 40 Kilometer geradelt und haben an einem Tag die meisten großen Sehenswürdigkeiten abgegrast…ich will jetzt hier nicht alle Einzelheiten breit treten, denn das sprengt nicht nur den Rahmen, sondern könnte das Gesehene nicht repräsentativ wiedergeben…irgendwie denkt man ja zu wissen was einen so erwartet…Angkor Wat ist ja fast jedem ein Begriff…doch dem ganzen mal wieder real gegenüber zu stehen…hmmm….schwierig…auf jedenfall hatten wir einen schönen Tag…das wir am ersten Tag so fleissig waren, hatte im nachhinein betrachtet auch etwas Gutes…denn am folgenden Tag lag ich dann mit Magenkrämpfen und Fieber im Bett…komischerweise hatte der Spuk aber nach 24 Stunden sein Ende…und so konnten wir am dritten Tag nochmal die Tour etwas ausdehnen…leider hatten wir nicht so gute Fahrräder, so dass wir uns für die Besichtigung eines etwas weiter entfernten Tempels ein TukTuk mieteten…lmorgens mussten wir bereits das Hotel wechseln, da für unser Zimmer eine Reservierung vorlag…abends essen beim Koreaner…Grüße an unseren koreanischen Bekanntschaften…das Essen war hervorragend…kleine komplett frittierte Fische inklusive…wussten gar nicht, dass diese auch zu den kulinarischen Delikatessen der koreanischen Küche gehören…vorallem ließsen sich diese nicht sofort identifizieren, so dass uns erst der etwas meeresfruchtige Geschmack stutzig machte…naja…jetzt haben wir noch keine Insekten gegessen, aber zumindest schon mal ganzte Fische mit Haut und Haaren, bzw mit Flossen und Schuppen…am nächsten Tag ging es dann recht luxuriös weiter nach Phnom Penh…Ankunft im Boddhi Tree Umma…recht kolonialistische das Ganze…trotzdem eine Oase in dem Moloch als das sich Phnom Penh herausstellte…irgendwie ganz anders als Siem Reap…nicht in Watte gepackt, sondern frei Schnauze gerade heraus…was vielleicht auch das Schachbrettmuster der Strassenarchitektur erklärt…als Berliner mutet das Ganze ja vielleicht ganz heimelich oder heimelig an…aber irgendwie steckte in dem Ganzen doch ein Hauch zuviel Grundaggressivität…was sich natürlich auch mit der großen Diskrepanz zwischen arm und reich erklären ließe…ein wenig zu häufig wurde man auf die Möglichkeit des TukTuk oder Moto fahrens hingewisen, zu oft starrten einem traurige Kinderaugen an, verlangten nach Geld oder Essen und zu oft musste man dies ablehnen…so zumindest instruiert von allen Seiten, um dem ewigen Kreislauf des Bettelns einhalt zu gebieten…schon geschriebn klingt das für mich arrogant und westlich übervorteilt…oder zu gutmenschlich…die Killing Fields werden einem wie ein Vergnügungspark angepriesen und so weiss man nicht recht ob der 20jährige TukTuk Fahrer denn wirklich weiss wo er uns da gerade hinfährt…kennt der die grausame Geschichte seines Landes, die ja eigentlich noch so frisch ist, dass sie an jeder Ecke noch erfahrbar ist? War der jemals im Toul Sleng, also dem „Konzentrationslager“ der roten Khmer und hat sich die Unmenschlichkeit vor Augen geführt? Da lag das schöne und das grausame dieses Landes für uns zu dicht beieinander, so dass wir irgendwie verwirrt auf Kambodscha zurückblicken…nach den ganzen Massakerbildern die einem im Hinterkopf rumspuken kann man ja schlecht sagen…schönes Land, super Urlaub…aber vielleicht nochmal aufrüttelnd und umso mehr lebensbejahend…ich wills ja kaum aussprechen, aber wir habens schon gut…am letzten Tag Phnom Penh haben wir uns dann auch noch mal ebenso lebensbejahend in ein Luxushotel geschmuggelt, den Pool genossen und die Seele baumeln lassen…ohne schlechtes Gewissen…oder doch…zumindest sitz ich jetzt hier in Bangkok…wieder nach langer und ungemütlicher Busfahrt…und bin nicht fähig das erlebte in ganzen und zusammenhängenden Sätzen wiederzugeben…zusammenfassend kann man sagen, das wir beide in den letzten 2 Wochen viel gesehen und gelernt haben…haben dabei nicht nur das Land, sondern irgenwie auch die Zeit bereist….alte Kulturen wurden ausgegraben, wir haben die Steine berührt und beschritten…haben viel über den Hinduismus und Buddhismus direkt und indirekt lernen dürfen…wissen wozu der Mensch fähig sein kann im positiven und im negativen Sinne…und wollen wiederkommen…in 2 Tagen fliegen wir auf die Philippinen…Ticket ist gebucht…mehr wissen wir nicht…und ich zitiere: Der Sinn meines Erwachsenseins besteht darin, den Träumen meiner Kindheit hinterher zu reisen…gute Nacht



Vientiene & 4000 islands

26 03 2010

…so…die beiden umtriebigen melden sich mal wieder zurück…alles ist gut und wir haben uns mal den luxus gegönnt keine elektronische Kommunikation zu nutzen…es ist zwar immer wieder schön etwas aus der heimat zu hören doch manchmal möchte man auf dieser reise auch diese nabelschnur kappen…aus angegebenen anlass möchte ich mich nochmal für eventuelle rechtschreib- und ausdrucksfehler entschuldigen…aber ich sitze meistens nach halb durchgemachter nacht in irgendeinem verschlag und bemühe mich bei all dem gewusel und moskitogesurre um mich herum noch einige grüße nach hause zu schicken…hierbei gruß an die sich beschwerenden…die namen werden von der redaktion bei rückfragen gerne veröffentlicht ;)…ach und bevor ich es vergesse hier nochmal ein mitten im text untergebrachter geburtstagsgruß an christian…ich hoffe ihr habt schön gefeiert…so nun aber schnurstracks zurück ins siamesische reich…räucherkerze angezündet, meditations cd eingelegt, schummriges licht geschaffen…und damit seid ihr weiter weg von der realität südostasiens als der eisbär vom südpol…stattdessen motorengehäul, abgassmog, lautes karaokegedudel und neonröhren soweit das auge reicht…und das schöne daran….es ist so wunderbar…gestern musste ich fast 10 Stunden einer 16 stündigen busfahrt das gelaber eines deutschen luft und raumfahrtstudents aus dem süddeutschen raum ertragen…der ununterbrochen…8 stunden!!!…seinen nachbarn und leider auch uns mit seinen weisheiten beeindrucken wollte aber nicht konnte…kaum in kambodscha angekommen ging das geplärre los über schlechte straßenverhältnisse, sowie unzuverlässige abfahrts und ankunftszeiten der lokalen busunternehmen…kurzum kambodschas größtes problem stellt die unzufriedenheit westlicher touristen mit lokalen gegebenheiten dar, wobei sich hierbei die schlange in den schwanz beißt, denn schlechte straßenverhältnisse bedingen unzuverlässige ankunftszeiten bedingen unzufriedene westliche touristen bedingen verlust von einnahmen aus der tourismusindustrie bedingen weniger subventionen für die infrastruktur…würden doch mehr meiner geschätzten busnachbarn mir ihrem knowhow aus 2 semestern an der TU schwabingen oder saarbrücken (ich hab letztes semester einen kurs buisness englisch belegt) dieses land vor ort unterstützen…so müssten wir uns um den lokalen genpool weniger sorgen machen…naja…frust bei seite…vielleicht war ich auch durch die selbige busfahrt etwas übermüdet und dementsprechend übersensibilisiert…uns gehtrs zu gut und wir haben schließlich siem reap in kambodscha erreicht…kurz zurückgespult sind wir nach Vang Vieng mit dem Bus nach Vientiene der Hauptstadt Laos gegurkt…mit von der Partie waren neben den üblichen verdächtigen nun auch Maggie und Max aus Münster (milch macht müde männer munter)…ankunft später nachmittag in vientiene…hier wieder einmal ein gruß an den lohse verlag…nach beschreibung der selbigen stadt hatte sich ein leicht fadiger film auf meinem gaumen gebildet…beschreibung und realität lagen für uns hierbei mal wieder weltweit auseinander…klein aber fein mit einem französichem bouquet im abgang…so hätten wir durchaus mehrere tage hier bleiben können…doch umtriebig wie wir nun mal sind hatten wir schon den nachtbus für den nächsten tag geordert…ankunft also im youth hostel (die haben uns ernsthaft noch reingelassen, waren aber auch gut getarnt zwischen all den teenagern und twens) ging es dann abends an den mekong um am strand für einen appel und ein ei nudeln und reis zu erhalten…einmal der strömung getrotzt und man wäre schon auf thailändischen boden gewesen…ins wasser haben wir uns dann aber auch nicht getraut und so schlummerten rike und ich zufrieden in unserem fensterlosen verschlag…nächster tag sportlich betätigt auf dem drahtesel und schwungvoll in die pedale getreten um einen ersten abstecher zum talaat sao dem lokalen markt zu unternehmen…erster eindruck: 13 jährige teenmönche stehen mit aufgerissenen augen und geweiteten pupillen vor amerikanischen liebesfilmdvds und kichern dabei wie japanische mädchen mit vorgehaltener hand, während der andere ganz unbeeindruckt daneben steht und gelangweilt auf seinen ipod starrt um den nächsten song von marilyn manson anzuspielen…der lokale buddhismus in seiner vollsten blüte…ehrlich und gerade heraus…wir ließen uns dann durch das getümmel treiben und strandeten am nächsten waffelstand der uns mit frischen maisgeruch förmlich in seinen bann nahm…gekaut, verschluckt und verdaut ging es dann weiter zum That Luang dem wohl wichtigsten buddhistischen monument in laos verewigt auf jeder kipnote…golden stach die stupa in den himmel und nach rundgang und den obligatorischen fotos ging es dann auch schon wieder gen heimat…denn dort wartete um 7 Uhr unser Pickup zum Busbahnhof…hier trennten sich unsere wege und wir mussten uns von Luzie und Meg verabschieden…eingequetscht auf wenige quadratmeter verbrachten rike und ich eine unruhige nacht in unserem nachtbus nach Pakse…der bus war ausschließlich mit liegen ausgestattet (ausnahme der fahrer) und wir erwischten das hochbett neben dem klo, über uns die klimaanlage und der lautsprecher der internen soundanlage…was für ein olfaktorisches, akustisches und allgemein sensorisches hocherlebnis…nach 1-2 stunden schlaf ankunft pakse und direkte weiterfahrt nach don det auf die 4000 inseln im mekong am südlichsten zipfel laos quasi mit einem bein schon in kambodscha…dort angekommen ging es mit dem boot auf eine der inseln und nach 4 kilometern fussmarsch hatten wir das santiphab guesthouse an der brücke zu don khone erreicht…erschöpft ließen wir uns in die hängematte fallen…noch wahrnehmend das deutsche worte uns willkommen hießen..lutz aus berlin leitet zusammen mit einer laotischen familie dieses kleine paradies mitten am mekong…wir hatten einen kleinen bungalow ohne eigenes bad und klo und so durften wir im außenbereich direkt mannshohe spinnen begrüßen die uns mit ihren leuchtenden augen ebenso willkommen hießen…somit habe ich den letzten tagen nach meiner höhenangst auch meine arachnophobie besiegt und so hat diese reise auch positive einflüssen auf meine sparbüchse hätte ich doch zu hause einige scheine für etliche therapiesitzungen hinblättern dürfen…kurzum…nächster tag per pedes die inseln inklusive wasserfall und bad im mekong erkundet…dabei wiedereinmal zwei mädels aus deutschland in die arme gelaufen…zuvor war Carly bereits auf ihren neuen reisepartner nedaf aus israel getroffen, welcher besagte deutsche mädels bereits in luang prabang kennengelernt hatte…den nächsten tag haben wir ausschließlich in der hängematte verbracht, lesend und den einen oder anderen shake schlürfend…am abend großér abschied von allen und morgens rauf auf den kutter, rein in den bus, über die grenze (inklusive gesundheitscheck), rein in den bus, raus aus den bus, umsteigen in kompong cham und etwas gerädert nach besagten 16 Stunden Ankunft im Siem Reap…nun gehts in die tempel von angkor und es beginnt für uns gefühlstechnisch ein neuer abschnitt dieser reise….die beiden vagabunden



VangVieng

20 03 2010

…leider kann ich die letzten 3 Tage nicht bloggen…ich habe ein schweigegelübte abgelegt…vielleicht besteht aber auch eine retrograde teilweise anterograde amnesie…soviel…dem laotischen Rechtssystem knapp entronnen…500 Euro dabei verloren…und hoffentlich etwas fürs Leben gelernt…VangVieng ist nicht Laos…Laos hat keine weiße Weste…wir auch nicht mehr…und füttere keine Engländer nach Mitternacht…der Gremlin ist entkommen…noch Fragen??? Antwort nur nach vorheriger Rücksprache…



Luang Prabang

15 03 2010

Luang Prabang…erleben und erfassen…Anreise vor 3 Tagen mit dem Minibus zusammen mit der Gang (Meg, Carly, Luzy, Andy, Beth, Rike et moi)…die Fahrt war eigentlich das zweite Hochereignis dieser Reise…erstens da wir überhaupt überlebt haben (Bus fahren ist hier in der 10. Potenz gefährlicher als fliegen mit innerländischen airlines und mein Gesäß war nach 9 Stunden fahrt ebenfalls dahin) und zweitens weil die Umgebung mal wieder atemberaubend war…so schlängelte disch die „Schnellstraße“ serpentinenartig durch Reisfelder, Karstfelsen und unwirklichen Berglandschaften…Laos ist atemberaubend schön…endlich angekommen in Luang Prabang trennten sich die Wege in unterschiedliche Gästhäuser aufgrund unterschiedlicher Budgets…wir kamen höherpreisig in einem netten Guesthouse nahe des Vat Thit unter…Dusche und erstmal das eine oder andere Beer Lao im Antique House…danach kurzer Bummel über den Nachtmarkt (Gruß an Tim…ich hab Rike angeleint hat aber nichts gebracht), Suppe inklusive kleiner Snacks auf besagtem Markt und ab ins Bett…am nächsten Tag ließen wir es langsam angehen, was auch der Luang Prabangschen Art entspricht…die Stadt ist eigentlich ein Dorf irgendwoch stehen geblieben in der Vergangenheit, verschlafen und verträumt mit frankophilem Flair aber Gesicht wahrend…viele der lokalen Anwohner mussten aber dem Stadtkern den Rücken zukehren aufgrund horrender Mieten…so hält auch hier die Gentrifizierung Einzug…nach Cafe und Bagel im Jumo Kaffeehaus ging es für mich und Rike auf den Phou Si, einem Berg mit Vat welcher die Stadt überragt und einen guten Um- und Überblick liefert…weiter zum Vat Xong Thi am Ende der Halbinsel welche durch den Mekong auf der einen Seite und den Nam Ou River auf der anderen Seite umschlossen wird…so ließen wir uns durch die Straßen und Seitengassen treiben und schafften es gerade so noch zum verabredeten Zeitpunkt uns mit der Crew zu treffen…schließlich ließ es sich nicht vermeiden eine Shopping Tour über den Nachtmarkt zu wagen und so kamen wir bepackt (wie sollte es auch anders sein) am nächsten verabredeten Punkt an…Mai Tai sei dank konnte ich nachdem kommunistisch die Bürgersteige um 11 Uhr hochgeklappt wurden mich langsam in den Schlaf wiegen…heute Umzig ins Somchith Guesthouse am frühen morgen da unsere Guesthouse Reservierungen erwartete und schnell zum Bootsanleger um von dort zur Buddha Cave zu schippern…getrennt auf zwei Schiffe verbrachten wir den halben Tag getrennt und vereinigten uns erst wieder am Nachmittag um zu den in der Umgebung liegenden Wasserfällen zu fahren…welche nach enttäuschtem Vormittag wirklich die Reise wert waren…erfrischendes Bad im türkisblauen Wasser mit tarzanartigen Kunststücken an der einen oder anderen Liane…jetzt erwartet uns der nächste entspannte abend…Daumen hoch



Luang Namtha

12 03 2010

…so…wieder ein Rueckblick ueber die letzten 2-3 Tage…vor 3 Tagen Fahrt im Minibus nach Luang Namtha ueber mehr oder minder holprigen Asphalt…also wieder halb geraedert aus dem Bus gerollt und TukTuk in die Stadt vom Busbahnhof…dort angekommen einchecken im Arondisiri Guesthouse und nach kurzem Spaziergang durch den Ort grosses Wiedersehen mit Carlz, Meg und Luzy…zu dieser Gruppe gesellten sich noch Beth und Any mit hinzu, welche wir auch schon von der Gibbons Experience kannten…beide aus England und noch am studieren….man fragt sich warum man nicht frueher soviel rumgereist ist…als man noch Zeit, aber kein Geld hatte…also buchten wir gemeinsam einen 2 Tages Trek in die Berge mit Overnight Stay in einem Akha Dorf (eines der hiesigen Bergvoelker)…gestern dann kurze Faht in die Berge und von dort ging es dann hoch in die Berge (die SChuhe haben sich jetzt schon ausgezahlt…Gruss an Christian)…zwischendurch Lunch auf Bananenblaettern und mit der Hand schmeckt es doch am besten…unsere Guides waren Sing und Duy die einiges ueber die hiesige Flora und Fauna zu erzaehlen wussten…das eigentliche antemberaubende kann man aber eigentlich nicht erklaeren…man geraet richtrig in eine Art Meditation beim wandern, waehrend der Schweiss einen nur so vom Koerper rinnt…dazu die Luft mit ihren hiesigen Geruechen, der dichte Dschungel und der atemberaubende Blick nach 5-6 Stunden Trek oben auf dem Berg…dort fand sich dann auch das Dorf…dort angekommen begruessten uns wie immer zuerst die Kids…die aelteren Bewohner waren noch auf dem Feld oder bei anderer Arbeit taetig…alzu begeistert scheinen sie aber nicht (mehr) ueber Touristen zu sein, obwohl sie hier noch unberuehrt erscheinen im Gegensatz zu Thailand…trotzdem fuehlte man sich nicht willkommmen…allso erstmal einen Blick in unsere Huette…oder eher Stall…denn der Schlafplatz waren ebenso atemberaubend…ich hoffe ich habe mir keine Skabies eingefangen…einige komisch Bugbites habe ich zumindest am exponierten Koerper….groase…tagsueber noch Besuch in der Dorfschule, herumtollen mit den Kids (soweit das noch moeglich war) und nach dem Dinner noch Massage durch die lokale weibliche Jugend…das war wirklich sonderbar….8 Europaer bzw Kandier mit 13-17 jaehrigen Maedchen auf dem Ruecken alle kichernd docg ablehnen gilt als unhoeflich…also Augen zu und durch…die folgende Nacht war bitterkalt und nach unruhigem Schlaf zunaechst Abstieg dann Aufstieg ueber den naechsten Berg und Abstieg ins Tal…total ausgepowert Ankunft und Transport mit dem naechetn TukTuk zurueck nach Luang Namtha…Rike und ich haben uns entschieden Phongsali im Norden auszusparen und fahren morgen nach Luang Prabang der kulturellen Hauptstadt Laos…der Bauch ist gefuellt mit Samosas und Malak Koefte (was bringt einen Inder dazu nach Laos auszuwandern)…dieses und einiges mehr im naechsten Artikel…beste Gruesse