…nun haben wir es also getan…zum aller ersten Mal…und das in mehreren Auslegungen und Richtungen…katastrophal wenn einem solch miese Liedtitel nicht aus dem Kopf gehen…und noch schlimmer, wenn man sie jedes mal als Einstieg zu seinen mehr oder minder gelungenen Reiseberichten missbraucht….ausserdem ist der Einstieg zwar eindeutig zweideutig…aber für uns doch mehrdeutig…so haben wir als aller erstes beschlossen die gesamte Reise um 2 Monate zu verlängern…und da geht erstmal ein grosses Dankeschön an unseren zukünftigen Arbeitgeber, der dies überhaupt ermöglicht…und zweitens sind wir wie die Bekloppten von einem 192 Meter hohen Turm in Auckland gesprungen…nur um dem Land aus allen Himmelsrichtungen näher zu kommen…exhilerating….
aber ein solcher reisebericht sollte immer da anfangen wo man mit dem letzten endete. Das war soweit ich mich erinnere Singapore…mittlerweile befinden wir uns also im Land der Kiwis, Hobbits und man lernt verstehen, warum soviele dieses Land lieben und Peter Jackson es für seine Herr der Ringe Trilogie missbraucht hat…also Ankunft in Auckland…am Flughafen schlug uns das Herz bis zur Brust, da wir zuvor von erschwerten Einreisebestimmungen gehört hatten, sollte man sich zuvor in Südoastasien aufgehalten haben…Storys wie: „Die“ packen deinen ganzen Rucksack aus, suchen nach Muscheln, Tieren, Essensresten und anderem Gedöns, das eventuell die lokale Umwelt in Unruhe versetzen könnte. Selbst Deine Sohlen werden akribisch in Augenschein genommen, denn auch dort befinden sich Erdreste mit eventuell trittbrettfahrenden Parasiten. Danach noch schön den Rucksack und sämtliche Klamotten mit insektenvernichtenden Spray bearbeiten und Du wirst eventuell über die Grenze gewinkt. Bis auf eine kurze Sohlenkontrolle durften wir nichts von dem beschriebenen selbst erfahren. Rike insbesondere hatte sehr viel Sorge, um die schönen Muscheln die sie an sämtlichen Stränden in stundenraubender Arbeit eingesammelt hatte. Hatte sie doch schon vor ihrem geistigen Auge unser gesamtes Bad damit dekoriert. Ich hoffte natürlich insgeheim insbesondere auf diese eingehende Begutachtung, doch wurde hier mehr als enttäuscht. So gingen die Schiebetüren auf und Massen an Kiwianer feierten unser Eintreffen. Doch leider galt dieser tosende Empfang nicht uns, sondern der mit uns eintreffenden Rugby Mannschaft. Nochmals größte Enttäuschung und so stiegen wir ganz unglamurös in den Bus der uns schließlich Ecke K´Road Downtown Auckland ausspuckte. Die K´Road erinnert oberflächlich vielleicht ein bisschen an die Reeperbahn. Diese Beschreibung gilt aber nur für nicht Hamburger und solche die sich noch nie in Auckland aufgehalten haben. Für Eingeweihte duftet diese Beschreibung schier nach Übertreibung. Rike sagt übrigens, das dies eine Eigenschaft an mir ist, welche sie auf dieser Reise neu an mir entdeckt hat. Ich neige, laut ihrem Eindruck, zur Übertreibung. So sind Wanderungen meist 10 Kilometer länger, Berge 1000 Meter höher, Preise 100 Euro teurer oder billiger und Plätze tausendmal schöner als sie in Wirklichkeit sind. Ich empfinde das natürlich nicht so. Schön doch wenn sich die Realität für mich so verschiebt und das meist zu meinen Gunsten. Also K´Road gleich Karangahape Road und absteigen im BK Hostel. Irgendwie waren wir anfangs schockiert, dass man sich hier Toiletten und Duschen teilen muss. Momentan empfinden wir so etwas als totalen Luxus schlafen wir doch meist in unserem 4,5 m langem Bus und riechen wie ein Iltis. Wir waren halt verwöhnte Luxuskinder und haben nun zu unserem stinkenden selbst gefunden. Die Tage in Auckland verbrachten wir also in Cafes, auf der Suche nach einem guten Tattoo Laden, in Boutiquen, Plattenläden, asiatischen Lebensmittelgeschäften, in der Domain, im Auckland Museum oder halt am Seil hängend 192 m überm Abgrund (und hier wird Rike bestätigen, dass ich nicht übertreibe). Wirklich beschreibenswert war vielleicht das Auckland Museum und der Sprung, also beschränke ich mich im weiteren auf diese zwei Highlights die vielleicht nicht unterschiedlicher sein könnten. Das Auckland Museum vereint auf 3 Stockwerke die weltweit wichtigste Sammlung maorischer und südpazifischer Kunst. Wobei sich das wirklich Interessante auf das Erdgeschoss beschränkt. Irgendwie wirkt alles etwas unorganisiert und so hatten wir uns mehr erhofft. Man wird halt nicht richtig „abgeholt“ und lernt so strukturiert was diese Kulturen miteinander verbindet, was sie trennt, wo sie hingehen, was aus ihnen wird. Im 2. Stock ging es dann mehr um Naturwunder und ihren Entstehung. Und im 3. dann um Kriege in welche Neuseeland involviert war. Komisch. Irgendwie scheint das Gedenken an Kriege und ihre Helden eine große Rolle für die Kiwis zu spielen, sieht man doch so ein War Memorial Gebäude fast in jeder Kleinstadt. Für die meisten aber vielleicht spannender komme ich jetzt zur Beschreibung des Skyjumps.
Es war also einmal an einem regnerischen Tag in Auckland. Die Sonne hatte sich komplett hinter dichten Wolken versteckt und ich selbst weil heilfroh darüber. Schließlich sollte es heute
rauf auf den Skytower gehen um den sogenannten Skywalk hinter uns zu bringen. Dies hatte man uns als „Geschenk“ bei unserer Abreise zugemutet und ich grüße nochmal an dieser Stelle an alle Idioten die sich freiwillig an dieser Zumutung beteiligten. Kurze Beschreibung: 192 m hoher Fernsehturm, Downtown Auckland, drum herum ein Ring aus Stahlgitter ohne Absicherung an den Seiten, Ausstieg über die Dachterrasse, Absicherung via Seil inklusive und mal schön die Aussicht für 30 Minuten genießen und dabei auf butterweichen Knien sich dem Ende zubewegen. Mit Höhenangst also nicht zu bewältigen. Gut gelaunt (es war ja stürmisch) kamen wir am Ort des Grauens an und durften befriedigt erfahren, dass der Skywalk leider nicht möglich sei. Mundwinkel hoch. Aber man könne uns stattdessen den Skyjump anbieten und der sei total awesome, with gorgeous view, exhilerating and breathtaking. Mundwinkel runter. Keine Zeit zum überlegen, denn die Instruktorin hatte morgens schon 10 Ecstasys eingeschmissen, wuselte nur so um uns herum und kaum das man sich versah hatte man schon ein komisches Kostüm mit Klettergeschirr um die Hüften am Körper. Allein die Fahrstuhlfahrt war schon ein grauen, durfte man doch schon währendessen einen Blick durch den Gläsernen auf die Stadt werfen. Ich stand an dem Ort der dem Fenster am weitesten abgewandt war, beteuerte die gesamte Zeit ich wolle das gar nicht machen, das sei ein Geschenk gewesen, nicht meine freie Entscheidung, warum soll man so was machen wenn man gar keine Lust dazu hat und befand mich noch während dieses Monologs schon auf der Plattform. Nochmals wurde alles durchgecheckt vom ambitionierten Personal und schon öffnete sich die Schiebetür zum Ausgang. Draussen war es dann so stürmisch, dass dies meine Angst wie ein Feuer noch schürte und ich sah Rike völlig geschockt hilfesuchend an. Mich hatte man zu allererst geschickt, da man befürchtete ich würde sonst gar nicht springen. Das war ja aber mein vorhaben. Also völlig von der Angst und dem Sturm gepeitscht wieder zurück ins Innere des Turms. Doch Rike wurde mir sofort wieder entrissen und stürzte sich ohne lange zu zögern dem Abgrund entgegen. Das schockierte mich um so mehr, lastete doch jetzt noch mehr auf meinem heroischen Männerherz. Also wieder raus und ich glaube die Angestellten haben noch nie so leere, Angst ausdrückende Augen gesehen. Mich haben sie schließlich rückwärts vom Turm gekickt aber ich habe mich zumindest kicken lassen. Hätte mich ja auch wie eine Katze überall festkrallen können. Unten angekommen war es natürlich exhilerating, breathtaking, gorgeous und awesome aber der Weg dahin war beschwerlich und hart. Nur als Vorgeschmack auf die uns erwartenden Treks.
Goodbye Auckland, hello Campervan. Ein erstes Zusammentreffen mit unserem neuen Freund bei Apollo. Kurze in Augenscheinnahme, Begutachtung von allen Seiten für ansprechend empfunden und schon in der Kiste gelandet. Nach kurzer Fahrt wollte der Van aber nicht mehr so wie wir wollten. Batterie leer, Rückzug zu Apollo, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Weiterfahren, Bett aufbauen, nicht möglich, zurück zu Apollo, neuer Tisch da falscher im Auto und so Gerüst fürs Bett nicht konstruierbar, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Auf nach Coromandel einer schönen Halbinsel im Nordosten der Südinsel. Dort schlängelten wir uns durch Serpentinen um am Ort der Hoffnung einzutreffen. Hahei Beach, Hot Water Beach und Cathedral Cove ein Katzensprung entfernt. Während der Fahrt schon komisches Geräusch vor allem in den Kurven, Mundwinkel nach unten. Doch viel zum Nachdenken kamen wir gar nicht vor lauter Schönheit. Noch mehr in Erstaunen versetzte uns dann das Buddeln am beschriebenen Hot Water Beach denn so hätte man sich bei entsprechender Brandung doch wirklich in ein heißes Bad setzen können. Leider hatte der Regen der letzten Tage das Meer so aufgewühlt, dass entsprechend gebuddelte Pools nach kurzer Zeit wieder zerstört wurden. So badeten wir unsere Füße im heißen Sand, genossen die Sonne, das Meer, die Brandung und die heißen Füsse die uns beschert wurden. Das Inferno lauert so nah unter der Erdkruste. Und ein Ausbruch kommt bestimmt.
Coromandel hinter uns lassend machten wir uns auf den Weg nach Rotorua. Weiterhin verfolgte uns ein sonderbares Geräusch aus den Gedärmen unseres vierrädigen Freundes. Vielleicht wusste er in welche Richtung es gehen sollte und das ihn ein Moor des Gestankes erwartete. Das dichteste und best zugängliche Geothermalgebiet der Erde mit entsprechenden Schwefelausdünstungen erwartete uns. Brodelnde Gewässer, blubbernde Schlammteiche, meterhohe Geysire, Seen in unnatürlichen Farben gefärbt durch entsprechende Mineralien und alles umgeben von dampfenden Schwaden. Der Schwefel brannte sich wirklich in jede Pore und in jedes Gedächtnis.Also rein in das Pardies des Gestankes und seinen Körper eins werden lassen mit den Schwefelmassen. Hells Gate erwartete uns und nahm uns für einige Stunden gefangen, Sclamm- und heiße Schwefelbäder in begriffen. Abends machten wir uns dann auf zum Blue Lake Campingplatz. Kaum dort angekommen machte die Karre erneut schlapp und sprang nicht mehr an. Also gleich am nächsten Morgen Anruf Apollo und halbe Stunde später stand der hiesige ADAC mit neuer Batterie vor der Tür. Mundwinkel nach oben. Als „richtiger Mann“ war ich dann fast verschämt und wies zögerlich auf das nette Geräusch hin das uns seit Auckland vorallem in den Kurven begleitete. ADAC Mann ins Auto, ich als Beifahrer mit dabei, halben Kilometer gefahren kurze Pause mit Blick unters Auto, Mundwinkel nach unten, jetzt aber vom Mechaniker. Langsam zottelten wir zurück zum Campingplatz und irgendwie wollte der nette Mensch nicht mit der Sprache herauskommen, was ihm denn bei der netten Fahrt aufs Gemüt geschlagen hatte. Schließlich offenbarte er uns, dass das Getriebe nicht richtig befestigt sei. Dies hätte jederzeit „herausfallen“ können und wäre uns das bei Tempo 100 in den Serpentinen von Coromandel passiert, dann könnte ich dies Zeilen wohl nicht mehr zum betsen geben. Kurze Reparatur vor Ort und fester Händedruck später sollte es dann zur weiteren Erkundung der Umgebung gehen. Doch leider gab der besagte „Hippie Camper“ weiterhin sonderbare Geräusche von sich. Die nächsten Stunden hingen wir also am Telefon und versuchten verzweifelt ein neues Auto zu organiesieren. Dies war so nervenaufreibend, dass viele unschöne Wörter über den Äther flossen und wir einigermassen frustiert am Blue Lake festsaßen. Doch manche Träume gehen in Erfüllung und so brachte uns ein indischer Neuseeländer ein neues Gefährt. Kurze Verabschiedung des alten Gauls und endlich konnten wir unbeschwert dem Sonnenuntergang entgegen reisen. Eigentlich ging es „“nur“ ins Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, aber das ist ja so ähnlich. Schön alles einstudiert bis zum pünktlichen Ausbruch des Geysir „Lady Knox“ bis hin zu in schön bunt verpackten Kostümen ausgestellten Salzterrassen, Seen und brodelnden Tümpeln. Davon bereits beeindruckt ging es weiter ins Agrodome. Namensgebung Chapeau! Hier sollte gepflegt „gezorbt“ werden. Fragezeichen im Gehirn. Wir auch und zwar nach durchgemachter Fahrt mit dem beschimpftenb „Zorb“, ein Ball im Ball, in welchem Mann angebunden oder mit Wasser befüllt einen Berg herunter rollt und sämtliche Orientierung verliert. Abends ging es dann noch weiter mittels Skyline Skyrides auf einen kleinen Berg mit schönem Blick auf den Rotorua Lake, welcher dann mit einem Plastikschlitten=Luge beritten wurde,
Das eigentliche Highlight unseres Rotorua Aufenthaltes war aber eigentlich Rainbow Springs mit angeschlossenem Kiwi Encounter und die abnedliche Maori Experience im Mitai Village. Rainbow Springs ist eigentlich ein unspektakulär angelegter Park mit kleinen Flüssen und Teichen in denen Regenbogenforellen aufgezogen werden. Ein wahrlicher Traum aller Angler (Gruß an Lutz). So erhascht man einen Blick über und unter Wasser und begibt sich am Ende in den beschriebenen Kiwi Encounter, um dort zum ersten Mal lustig umher hüpfende Kiwis zu bestaunen. Nachaktive Viecher, welche allerdings durch die eingeführten Opossums bedroht werden. Also Kiwi Zuchtstationen eröffnen und Opossums überfahren, knüppeln, erschießen, schächten und vergiften. Große Tierfreunde die Kiwis. Abends dann wie gesagt touristisch anmutendes Maori Spektakel im Mitai Village mit leckerem im Erdofen zubereiteten „Hangi“, einer Mischung aus Süßkartoffeln, Gemüse, Huhn- und Lammfleich. Unser Gastgeber war komplett auf Droge. Welche er vor, während und nach der Aufführung eingeworfen hatte war einfach nicht aus ihm heraus zu knüppeln. Seltsamer aber sehr angenehmer Zeitgenosse. Danach mussten wir Geld sparen und campten zum ertsne Mal wild am Blue Lake um am morgen ein Bad in den kalten Fluten zu nehmen, bvor die Reise weitergehen sollte.
Ende gut alles gut und wir ließen Rotorua und damit die stinkenden Schwaden hinter uns und machten uns auf zum Lakte Taupo. Das was mir dabei wirklich im Gedächtnis hängen blieb sind: Lange Diskussionen über einen anzustrebenden Skydive (der hier so günstig sein soll wie sonst nirgendwo auf dem Planeten), ein nettes „Art Cafe“ mit schönem Frühstück und ein anstrengender Tag auf dem Mountain Bike. Doch zunächst ging es auf Reids Farm einem kostenlosen Campingplatz der nur durch einen Abstecher zur Huka Lodge zu finden war. Gegensätze ziehen sich an und so schlafen hier verarmte Backpacker neben millionenschweren Pärchen in besagter Lodge. Sonderbares abendliches Dinner mit einem Kanadier namens Juri und Campervan Tür fest verschließen. Morgens Bad im Waikato River bei gefühlten Minusgraden. Nachdem wir uns einen Tag der völligen Entspannung hingaben ging es abends doch auf den nächsten Campingplatz, da man uns gewarnt hatte, dass an Reids Farm am Abend eine Kontrolle stattfinden sollte. Morgens früh raus aus den Federn und joggen am Taupo Lake. Direkt weiter zur Rainbow Lodge und Mountain Bike anmieten um den Esel die Berge rauf und runter zu scheuchen. Ich kann nach diesem Tag verstehen was Christian dazu treibt sein hart erarbeitetes Geld in solch Gefährte zu investieren um diese dann wöchentlich durch Schlammpfützen zu treiben. Schöner Sport mit einer richtigen Portion an Adrenalin. Ziel waren die Huka Falls, wieder mal viel zu pittoresk arrangierte Wasserfälle im Waikato River. Die Neuseeländer übertreiben wirklich mit ihrer Naturromantik. Weiter zu den Aratiatia Rapids welche pünktlich um 14 Uhr ihre Tore öffneten, um Wassermengen aus dem aufgestauten Damm der Natur zu übergeben. Rückfahrt über Asphalt und Zwischenstopp in einer Glasbläserei. Taupo Ade.
Bevor es nun weiter Richtung Ostküste gehen sollte musste ein Abstecher zur Westküste gen Waitomo Caves gewagt werden. Schöne Unterkunft in der Juno Hall und ab unter die Erde mit Paul unserem Guide. Abgeseilt an meterhohen Felsen ging es dann mal wieder in Bereiche dieser Welt die man alleine nicht beschreiten würde. Einige Höhlen wurden von „Glühwürmchen“ so hell erleuchtet, das man seine Lampe fast ausschalten konnte, andere waren so stockfinster, das unser Gehirn uns hinterging und optische Illusionen erschuf. Schöner Abstecher, aber Tongariro Crossing wartete auf seine Begehung.
Wir fuhren also nach Turangi um für den nächsten Tag einen Platz im Bus zu Buchen für den sogenannten „Great Walk“ Tongariro Crossing.
Morgens um 6 Uhr wurden wir mit anderen Mitleidenden von unserer mehr als dürftigen Unterkunft abgeholt. Dieser brachte uns innerhalb von 30 Minuten an den Ausgangspunkt unseres Trips. Nochmal Schnürsenkel fest angezogen und los ging es. Tongariro Crossing ist eine der beliebtesten Wanderrouten der Nordinsel und dies nicht ohne Grund: Innerhalb weniger Stunden geht es auf den Mond, in die Wüste, auf den Vulkan, in die Steppe, an den See, durch Buschland, über und unter den Wolken vorbei an mehreren Geothermalzonen und zurück. Wir waren so voller Enthusiasmus das wir uns die Besteigung des 2287 m hohen Mount Ngauruhuhoe nicht nehmen ließen. Eine Tortur, denn im Lavagestein wurde jeder Schritt mit nahezu zwei Schritten zurück belohnt. Völlig abgekämpft aber glücklich und mit einem gehörigen Adrenalinstoß kamen wir am Kraterrand an und konnten hier in dieser unwirklich wirkenden Szenerie die Aussicht kaum genießen. Der Abstieg war dann mehr ein Abrutsch und so waren wir nach ca. 3 Stunden wieder auf dem eigentlichen Pfad. Insgesamt 19,4 Kilometer galt es hinter sich zu bringen und so durchwanderten wir eine andere Welt, um nach ca. 8 Stunden wieder in der Realität zu landen. Wirklich einmalig und vollkommen überwältigend. Anschließend wurden die halb durchgefrorenen Glieder im Whirlpool gedünstet und die Planung der nächsten Tage fand im blubbernden Wasser stand. So sollte es eigentlich zum Kanu fahren auf den Whanganui River gehen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Dem Regen entfliehend ging es weiter gen Ostküste in die Art Déco Hochburg Napier. Am 3. Februar 1931 wurde dieses Städtchen durch ein Erdbeben quasi dem Erdboden gleichgemacht. Voller Tatendrang ging es wenig später an die Neuerrichtung im nun so trendigem Art Déco Stil. Man befindet sich wirklich mitten in den 20er/30er Jahren und so wundert es nicht, dass einmal jährlich ganz Napier sich verkleidet und eine riesige 20er Jahre Party steigen lässt. Nach Tagen im Camper gönnten wir uns ein richtiges Bett in der Stables Lodge. Nachteil: Wir fühlen uns immer alt, wenn wir in Backpacker-Unterkünften schlafen, da sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. Vorteil: Man fühlt sich wieder jung, wenn man in Backpacker-Unterkünften schläft, und sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. So lauschten wir gespannt dem dortigen Balzverhalten und trafen unverhofft auf nette britische Gesellschaft in Gestalt von Kat, die sich vom äußeren Eindruck als auch vom Alter etwas von den anderen abhob. So ging es nach etlichen Gläsern Wein weiter Richtung Süden.
Wellington begrüßte uns mit Sturm und Regen und war trotzdem herzlich. Wir fühlten uns sofort an New York erinnert. Natürlich im kleinen, aber die engen Häuserschluchten, die alternativen Läden und Cafes…sehr heimelig. Mit Kat hatten wir uns bereits telefonsich kurzgeschlossen, welche am selben Tag nach Wellington wollte und bereits dort am Straßenrand gecampt hatte. Nach Dinner in der Cuba Street wo wir erstmals wieder auf ein bekanntes, junges Gesicht aus Napier stießen in Gestalt von Daniel, einem 22 jährigen Studenten aus Kempten, legten wir uns dicht am Meer in unserem Campervan schlafen und wurden wie ein Baby vom Wind in Wellington in den Schlaf gewiegt. Morgens kurzer Abschied von Kat die leider weiter nach Christchurch musste und weiter Richtung Te Papa DAS Museum of New Zealand. Einen halben Tag verbrachten wir in der Meschugge aus historischem Museum, zeitgenössischer Kunst und Disney Land, um dann das viel spannendere Wellington zu erkunden inklusive einer Fahrt in dem viel gepriesenen Cable Car. Am nächsten Tag lockte eine Ausstellung von Bill Viola den wir bereits im Berliner Guggenheim Museum bewundert hatten im Dose Museum, Lower Hutt Valley. Nachmittags ging es zurück nach Wellington auf der Suche nach etwas Nahrhaftem. Unverhofft kommt oft und so durften wir nach einem Besuch in der Aro Street ein echtes Mischbrot deutscher Qualität unser eigen nennen. Am späten Nachmittag noch ins nationale Filmarchiv und abends erneut ins Fidel zum Bäuche auffüllen. Nach 3 Tagen Regen und Sturm inklusive Übernachtung im Camper ohne Dusche war es Zeit für die Südinsel und so setzten wir via Fähre nach Picton über auf besseres Wetter hoffend.
Leider wurden wir maßlos enttäuscht und so war die Fahrt durch die Marlborough Sounds vernebelt, verregnet und wenig einladend. Eigentlich sollte es am nächsten Tag auf den Queen Charlotte Track gehen doch auch dieser fiel namensgebend ins Wasser. Frustriert entschieden wir uns direkt weiter nach Nelson zu fahren, der Sonnenhochburg Neuseelands. Auf dem Weg dorthin wurde die Frustration in Schokolade ertränkt und so machten wir Stopp an einer Schokoladenfabrik. Crazy Shit den sie dort anboten, vollgestopft zurück ins Auto und weiter gen Sonnenschein. Unterkunft Tasman Bay Backpackers. Same Same but…und wieder Daniel…unverhofft und er ebenso frustriert da geplanter Trek zum Abel Tasman gerade abgesagt wurde…So entschieden wir uns nach einem Tag in Nelson zu dritt den Abel Tasman Coast Trek zu begehen und nach Besuch des nächsten Outdoor-Shops ging es gut gestärkt auf die dreitägige Expedition. Der erste Tag wurde im Kayak verbracht. Unser Guide Steve wusste neben anzüglichen Geschichten auch einiges interessantes über den Nationalpark zu berichten. So ging es von Marahau nach Anchorage wo wir die erste Nacht zusammen mit 20 anderen in der gleichnamigen Hütte verbrachten. Nächster Tag Regen und trotzdem 21 Kilometer weiter nach Awaroa über Bark Bay, Trotz Regen war der Tag unglaublich oder vielmehr vielleicht gerade deswegen. Man gibt häufig soviel Geld für Bespaßung jeglicher Art aus, dabei liegt die Endorphin Spritze direkt vor der Tür. Vielleicht ist es auch die Anstrengung der Wanderung, denn auch hier ging es Berge rauf und runter mit ausgleichenden Blicken über die Tasman Bay, aber die Natur ist nicht nachzumalen und erst recht nicht zu beschreiben. Highlight: Abends kamen wir bei Ebbe halbtot in Awaroa an und trafen auf ebenso halbtote Katzenhaie, die am Strand auf den kompletten Abgang warteten. Kurzerhand einige am Schwanz gepackt und in den nächsten Pril ausgesetzt. Einige Pluspunkte fürs Karma. Awaroa belohnte uns ebenso mit einer urigen, hölzernen Hütte und der Abwesenheit von allzu vielen Touristen. So waren wir lediglich zu siebt inklusive einem Pärchen aus Leipzig. Morgens ging es dann sehr früh durchs Watt weiter Richtung Endpunkt Totaranui. Dort hieß es Abschied nehmen von den Leipzigern und wir wurden von einem Wassertaxi zurück nach Waranui gebracht inklusive kleinem Zwischenstopp in Anchorage wo ich am ersten Tag meinen Seidenschlafsack vergessen hatte. Daniel packten wir erneut in unseren Camper um noch einen Abstecher zum nördlichsten Punkt der Südinsel dem Farewell Spit an der Golden Bay zu unternehmen. Der Landstrich ist voller Hippies und New Ageler und hat dadurch aber was ganz eigenes Besonderes. Sieht man sich die Umgebung inklusive der Golden Bay an, die ihrem Namen wörtlich alle Ehre macht, so kann man verstehen warum sich hier die Erleuchteten niederlassen. Wir wohnten im Innlet mit Bob und Ross und die Namen sind Programm. Nach Ausflug zu den beschriebenen Naturwundern ging es zurück nach Nelson, wo Rike und ich noch den Art Walk begehen wollten. Daniel mussten wir Richtung Westküste entlassen. Wir strebten der Ostküste entgegen.
Kaikoura lautete das nächste Ziel und schimpft sich alte Walfängerhochburg. Doch einen Schritt weiter ins nächste Jahrtausend werden Touristen harpuniert und an Schiffe gezogen, um sie zur Walbeobachtung zu zwingen. Der Spaß war zwar sehr eindrücklich mit der Sichtung von vier Giganten, doch der Preis war exorbitant meine Lieben. Unverhoffte Ereignisse machen sich dafür umso mehr bezahlt und so machten wir uns nach dem Walbeobachtungsspektakel noch auf zum Ohau Walk am selbigen Fluss der ins Meer mündet. Den Fluss aufwärts tümmeln sich an die 50 Jungrobben die dort geschützt vor Orkas groß werden. Wirklich nicht von dieser Welt, wenn so eine kleine Babyrobbe mit kindchenschema Augen auf einen zurobbt ohne Berührungsängste. Zweit Meter weiter um die Ecke tummeln sich am schönen Wasserfall fast 50 solcher Exemplare und machen das Wasser nahezu lebendig. Das ist mal wieder nicht von dieser mir bisher bekannten Welt. Völlig geflasht brachten wir dann auch eine Nacht bei 0°C im Camper hinter uns, denn die Zeit rinnt. Eigentlich wollten wir eine Nacht mit Kea-Papageien auf dem Arthurs Pass verbringen, mitten in den Bergen der zentralen Südinsel, doch kaum dort angekommen riet man uns direkt weiter zu fahren, da für den nächsten Tag Schnee in Unmengen angesagt wurde und wir ohne Schneekette quasi wörtlich eingeschneit werden würden. So ging es weiter gen Westküste und wir steuerten Punakaiki Nahe den Pankake Rocks an. Über 8 Stunden Fahrt und ich fiel aus dem Van.
Nun haben wir nach langem Schreiben die Gegenwart erreicht und ich sitze vor dem Kamin mit einem Gläschen Wein. Der heutige Tag war ebenso surreal wie die beschriebenen. Pankake Rocks heißen halt so, weil sie wie gestapelte Pankakes aussehen und das ist wirklich nicht weit hergeholt.
Neuseeland kommt vielleicht doch eher von neu sehen land……nun haben wir es also getan…zum aller ersten Mal…und das in mehreren Auslegungen und Richtungen…katastrophal wenn einem solch miese Liedtitel nicht aus dem Kopf gehen…und noch schlimmer, wenn man sie jedes mal als Einstieg zu seinen mehr oder minder gelungenen Reiseberichten missbraucht….ausserdem ist der Einstieg zwar eindeutig zweideutig…aber für uns doch mehrdeutig…so haben wir als aller erstes beschlossen die gesamte Reise um 2 Monate zu verlängern…und da geht erstmal ein grosses Dankeschön an unseren zukünftigen Arbeitgeber, der dies überhaupt ermöglicht…und zweitens sind wir wie die Bekloppten von einem 192 Meter hohen Turm in Auckland gesprungen…nur um dem Land aus allen Himmelsrichtungen näher zu kommen…exhilerating….
aber ein solcher reisebericht sollte immer da anfangen wo man mit dem letzten endete. Das war soweit ich mich erinnere Singapore…mittlerweile befinden wir uns also im Land der Kiwis, Hobbits und man lernt verstehen, warum soviele dieses Land lieben und Peter Jackson es für seine Herr der Ringe Trilogie missbraucht hat…also Ankunft in Auckland…am Flughafen schlug uns das Herz bis zur Brust, da wir zuvor von erschwerten Einreisebestimmungen gehört hatten, sollte man sich zuvor in Südoastasien aufgehalten haben…Storys wie: „Die“ packen deinen ganzen Rucksack aus, suchen nach Muscheln, Tieren, Essensresten und anderem Gedöns, das eventuell die lokale Umwelt in Unruhe versetzen könnte. Selbst Deine Sohlen werden akribisch in Augenschein genommen, denn auch dort befinden sich Erdreste mit eventuell trittbrettfahrenden Parasiten. Danach noch schön den Rucksack und sämtliche Klamotten mit insektenvernichtenden Spray bearbeiten und Du wirst eventuell über die Grenze gewinkt. Bis auf eine kurze Sohlenkontrolle durften wir nichts von dem beschriebenen selbst erfahren. Rike insbesondere hatte sehr viel Sorge, um die schönen Muscheln die sie an sämtlichen Stränden in stundenraubender Arbeit eingesammelt hatte. Hatte sie doch schon vor ihrem geistigen Auge unser gesamtes Bad damit dekoriert. Ich hoffte natürlich insgeheim insbesondere auf diese eingehende Begutachtung, doch wurde hier mehr als enttäuscht. So gingen die Schiebetüren auf und Massen an Kiwianer feierten unser Eintreffen. Doch leider galt dieser tosende Empfang nicht uns, sondern der mit uns eintreffenden Rugby Mannschaft. Nochmals größte Enttäuschung und so stiegen wir ganz unglamurös in den Bus der uns schließlich Ecke K´Road Downtown Auckland ausspuckte. Die K´Road erinnert oberflächlich vielleicht ein bisschen an die Reeperbahn. Diese Beschreibung gilt aber nur für nicht Hamburger und solche die sich noch nie in Auckland aufgehalten haben. Für Eingeweihte duftet diese Beschreibung schier nach Übertreibung. Rike sagt übrigens, das dies eine Eigenschaft an mir ist, welche sie auf dieser Reise neu an mir entdeckt hat. Ich neige, laut ihrem Eindruck, zur Übertreibung. So sind Wanderungen meist 10 Kilometer länger, Berge 1000 Meter höher, Preise 100 Euro teurer oder billiger und Plätze tausendmal schöner als sie in Wirklichkeit sind. Ich empfinde das natürlich nicht so. Schön doch wenn sich die Realität für mich so verschiebt und das meist zu meinen Gunsten. Also K´Road gleich Karangahape Road und absteigen im BK Hostel. Irgendwie waren wir anfangs schockiert, dass man sich hier Toiletten und Duschen teilen muss. Momentan empfinden wir so etwas als totalen Luxus schlafen wir doch meist in unserem 4,5 m langem Bus und riechen wie ein Iltis. Wir waren halt verwöhnte Luxuskinder und haben nun zu unserem stinkenden selbst gefunden. Die Tage in Auckland verbrachten wir also in Cafes, auf der Suche nach einem guten Tattoo Laden, in Boutiquen, Plattenläden, asiatischen Lebensmittelgeschäften, in der Domain, im Auckland Museum oder halt am Seil hängend 192 m überm Abgrund (und hier wird Rike bestätigen, dass ich nicht übertreibe). Wirklich beschreibenswert war vielleicht das Auckland Museum und der Sprung, also beschränke ich mich im weiteren auf diese zwei Highlights die vielleicht nicht unterschiedlicher sein könnten. Das Auckland Museum vereint auf 3 Stockwerke die weltweit wichtigste Sammlung maorischer und südpazifischer Kunst. Wobei sich das wirklich Interessante auf das Erdgeschoss beschränkt. Irgendwie wirkt alles etwas unorganisiert und so hatten wir uns mehr erhofft. Man wird halt nicht richtig „abgeholt“ und lernt so strukturiert was diese Kulturen miteinander verbindet, was sie trennt, wo sie hingehen, was aus ihnen wird. Im 2. Stock ging es dann mehr um Naturwunder und ihren Entstehung. Und im 3. dann um Kriege in welche Neuseeland involviert war. Komisch. Irgendwie scheint das Gedenken an Kriege und ihre Helden eine große Rolle für die Kiwis zu spielen, sieht man doch so ein War Memorial Gebäude fast in jeder Kleinstadt. Für die meisten aber vielleicht spannender komme ich jetzt zur Beschreibung des Skyjumps.
Es war also einmal an einem regnerischen Tag in Auckland. Die Sonne hatte sich komplett hinter dichten Wolken versteckt und ich selbst weil heilfroh darüber. Schließlich sollte es heute
rauf auf den Skytower gehen um den sogenannten Skywalk hinter uns zu bringen. Dies hatte man uns als „Geschenk“ bei unserer Abreise zugemutet und ich grüße nochmal an dieser Stelle an alle Idioten die sich freiwillig an dieser Zumutung beteiligten. Kurze Beschreibung: 192 m hoher Fernsehturm, Downtown Auckland, drum herum ein Ring aus Stahlgitter ohne Absicherung an den Seiten, Ausstieg über die Dachterrasse, Absicherung via Seil inklusive und mal schön die Aussicht für 30 Minuten genießen und dabei auf butterweichen Knien sich dem Ende zubewegen. Mit Höhenangst also nicht zu bewältigen. Gut gelaunt (es war ja stürmisch) kamen wir am Ort des Grauens an und durften befriedigt erfahren, dass der Skywalk leider nicht möglich sei. Mundwinkel hoch. Aber man könne uns stattdessen den Skyjump anbieten und der sei total awesome, with gorgeous view, exhilerating and breathtaking. Mundwinkel runter. Keine Zeit zum überlegen, denn die Instruktorin hatte morgens schon 10 Ecstasys eingeschmissen, wuselte nur so um uns herum und kaum das man sich versah hatte man schon ein komisches Kostüm mit Klettergeschirr um die Hüften am Körper. Allein die Fahrstuhlfahrt war schon ein grauen, durfte man doch schon währendessen einen Blick durch den Gläsernen auf die Stadt werfen. Ich stand an dem Ort der dem Fenster am weitesten abgewandt war, beteuerte die gesamte Zeit ich wolle das gar nicht machen, das sei ein Geschenk gewesen, nicht meine freie Entscheidung, warum soll man so was machen wenn man gar keine Lust dazu hat und befand mich noch während dieses Monologs schon auf der Plattform. Nochmals wurde alles durchgecheckt vom ambitionierten Personal und schon öffnete sich die Schiebetür zum Ausgang. Draussen war es dann so stürmisch, dass dies meine Angst wie ein Feuer noch schürte und ich sah Rike völlig geschockt hilfesuchend an. Mich hatte man zu allererst geschickt, da man befürchtete ich würde sonst gar nicht springen. Das war ja aber mein vorhaben. Also völlig von der Angst und dem Sturm gepeitscht wieder zurück ins Innere des Turms. Doch Rike wurde mir sofort wieder entrissen und stürzte sich ohne lange zu zögern dem Abgrund entgegen. Das schockierte mich um so mehr, lastete doch jetzt noch mehr auf meinem heroischen Männerherz. Also wieder raus und ich glaube die Angestellten haben noch nie so leere, Angst ausdrückende Augen gesehen. Mich haben sie schließlich rückwärts vom Turm gekickt aber ich habe mich zumindest kicken lassen. Hätte mich ja auch wie eine Katze überall festkrallen können. Unten angekommen war es natürlich exhilerating, breathtaking, gorgeous und awesome aber der Weg dahin war beschwerlich und hart. Nur als Vorgeschmack auf die uns erwartenden Treks.
Goodbye Auckland, hello Campervan. Ein erstes Zusammentreffen mit unserem neuen Freund bei Apollo. Kurze in Augenscheinnahme, Begutachtung von allen Seiten für ansprechend empfunden und schon in der Kiste gelandet. Nach kurzer Fahrt wollte der Van aber nicht mehr so wie wir wollten. Batterie leer, Rückzug zu Apollo, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Weiterfahren, Bett aufbauen, nicht möglich, zurück zu Apollo, neuer Tisch da falscher im Auto und so Gerüst fürs Bett nicht konstruierbar, keine neue Batterie, Mundwinkel nach unten. Auf nach Coromandel einer schönen Halbinsel im Nordosten der Südinsel. Dort schlängelten wir uns durch Serpentinen um am Ort der Hoffnung einzutreffen. Hahei Beach, Hot Water Beach und Cathedral Cove ein Katzensprung entfernt. Während der Fahrt schon komisches Geräusch vor allem in den Kurven, Mundwinkel nach unten. Doch viel zum Nachdenken kamen wir gar nicht vor lauter Schönheit. Noch mehr in Erstaunen versetzte uns dann das Buddeln am beschriebenen Hot Water Beach denn so hätte man sich bei entsprechender Brandung doch wirklich in ein heißes Bad setzen können. Leider hatte der Regen der letzten Tage das Meer so aufgewühlt, dass entsprechend gebuddelte Pools nach kurzer Zeit wieder zerstört wurden. So badeten wir unsere Füße im heißen Sand, genossen die Sonne, das Meer, die Brandung und die heißen Füsse die uns beschert wurden. Das Inferno lauert so nah unter der Erdkruste. Und ein Ausbruch kommt bestimmt.
Coromandel hinter uns lassend machten wir uns auf den Weg nach Rotorua. Weiterhin verfolgte uns ein sonderbares Geräusch aus den Gedärmen unseres vierrädigen Freundes. Vielleicht wusste er in welche Richtung es gehen sollte und das ihn ein Moor des Gestankes erwartete. Das dichteste und best zugängliche Geothermalgebiet der Erde mit entsprechenden Schwefelausdünstungen erwartete uns. Brodelnde Gewässer, blubbernde Schlammteiche, meterhohe Geysire, Seen in unnatürlichen Farben gefärbt durch entsprechende Mineralien und alles umgeben von dampfenden Schwaden. Der Schwefel brannte sich wirklich in jede Pore und in jedes Gedächtnis.Also rein in das Pardies des Gestankes und seinen Körper eins werden lassen mit den Schwefelmassen. Hells Gate erwartete uns und nahm uns für einige Stunden gefangen, Sclamm- und heiße Schwefelbäder in begriffen. Abends machten wir uns dann auf zum Blue Lake Campingplatz. Kaum dort angekommen machte die Karre erneut schlapp und sprang nicht mehr an. Also gleich am nächsten Morgen Anruf Apollo und halbe Stunde später stand der hiesige ADAC mit neuer Batterie vor der Tür. Mundwinkel nach oben. Als „richtiger Mann“ war ich dann fast verschämt und wies zögerlich auf das nette Geräusch hin das uns seit Auckland vorallem in den Kurven begleitete. ADAC Mann ins Auto, ich als Beifahrer mit dabei, halben Kilometer gefahren kurze Pause mit Blick unters Auto, Mundwinkel nach unten, jetzt aber vom Mechaniker. Langsam zottelten wir zurück zum Campingplatz und irgendwie wollte der nette Mensch nicht mit der Sprache herauskommen, was ihm denn bei der netten Fahrt aufs Gemüt geschlagen hatte. Schließlich offenbarte er uns, dass das Getriebe nicht richtig befestigt sei. Dies hätte jederzeit „herausfallen“ können und wäre uns das bei Tempo 100 in den Serpentinen von Coromandel passiert, dann könnte ich dies Zeilen wohl nicht mehr zum betsen geben. Kurze Reparatur vor Ort und fester Händedruck später sollte es dann zur weiteren Erkundung der Umgebung gehen. Doch leider gab der besagte „Hippie Camper“ weiterhin sonderbare Geräusche von sich. Die nächsten Stunden hingen wir also am Telefon und versuchten verzweifelt ein neues Auto zu organiesieren. Dies war so nervenaufreibend, dass viele unschöne Wörter über den Äther flossen und wir einigermassen frustiert am Blue Lake festsaßen. Doch manche Träume gehen in Erfüllung und so brachte uns ein indischer Neuseeländer ein neues Gefährt. Kurze Verabschiedung des alten Gauls und endlich konnten wir unbeschwert dem Sonnenuntergang entgegen reisen. Eigentlich ging es „“nur“ ins Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, aber das ist ja so ähnlich. Schön alles einstudiert bis zum pünktlichen Ausbruch des Geysir „Lady Knox“ bis hin zu in schön bunt verpackten Kostümen ausgestellten Salzterrassen, Seen und brodelnden Tümpeln. Davon bereits beeindruckt ging es weiter ins Agrodome. Namensgebung Chapeau! Hier sollte gepflegt „gezorbt“ werden. Fragezeichen im Gehirn. Wir auch und zwar nach durchgemachter Fahrt mit dem beschimpftenb „Zorb“, ein Ball im Ball, in welchem Mann angebunden oder mit Wasser befüllt einen Berg herunter rollt und sämtliche Orientierung verliert. Abends ging es dann noch weiter mittels Skyline Skyrides auf einen kleinen Berg mit schönem Blick auf den Rotorua Lake, welcher dann mit einem Plastikschlitten=Luge beritten wurde,
Das eigentliche Highlight unseres Rotorua Aufenthaltes war aber eigentlich Rainbow Springs mit angeschlossenem Kiwi Encounter und die abnedliche Maori Experience im Mitai Village. Rainbow Springs ist eigentlich ein unspektakulär angelegter Park mit kleinen Flüssen und Teichen in denen Regenbogenforellen aufgezogen werden. Ein wahrlicher Traum aller Angler (Gruß an Lutz). So erhascht man einen Blick über und unter Wasser und begibt sich am Ende in den beschriebenen Kiwi Encounter, um dort zum ersten Mal lustig umher hüpfende Kiwis zu bestaunen. Nachaktive Viecher, welche allerdings durch die eingeführten Opossums bedroht werden. Also Kiwi Zuchtstationen eröffnen und Opossums überfahren, knüppeln, erschießen, schächten und vergiften. Große Tierfreunde die Kiwis. Abends dann wie gesagt touristisch anmutendes Maori Spektakel im Mitai Village mit leckerem im Erdofen zubereiteten „Hangi“, einer Mischung aus Süßkartoffeln, Gemüse, Huhn- und Lammfleich. Unser Gastgeber war komplett auf Droge. Welche er vor, während und nach der Aufführung eingeworfen hatte war einfach nicht aus ihm heraus zu knüppeln. Seltsamer aber sehr angenehmer Zeitgenosse. Danach mussten wir Geld sparen und campten zum ertsne Mal wild am Blue Lake um am morgen ein Bad in den kalten Fluten zu nehmen, bvor die Reise weitergehen sollte.
Ende gut alles gut und wir ließen Rotorua und damit die stinkenden Schwaden hinter uns und machten uns auf zum Lakte Taupo. Das was mir dabei wirklich im Gedächtnis hängen blieb sind: Lange Diskussionen über einen anzustrebenden Skydive (der hier so günstig sein soll wie sonst nirgendwo auf dem Planeten), ein nettes „Art Cafe“ mit schönem Frühstück und ein anstrengender Tag auf dem Mountain Bike. Doch zunächst ging es auf Reids Farm einem kostenlosen Campingplatz der nur durch einen Abstecher zur Huka Lodge zu finden war. Gegensätze ziehen sich an und so schlafen hier verarmte Backpacker neben millionenschweren Pärchen in besagter Lodge. Sonderbares abendliches Dinner mit einem Kanadier namens Juri und Campervan Tür fest verschließen. Morgens Bad im Waikato River bei gefühlten Minusgraden. Nachdem wir uns einen Tag der völligen Entspannung hingaben ging es abends doch auf den nächsten Campingplatz, da man uns gewarnt hatte, dass an Reids Farm am Abend eine Kontrolle stattfinden sollte. Morgens früh raus aus den Federn und joggen am Taupo Lake. Direkt weiter zur Rainbow Lodge und Mountain Bike anmieten um den Esel die Berge rauf und runter zu scheuchen. Ich kann nach diesem Tag verstehen was Christian dazu treibt sein hart erarbeitetes Geld in solch Gefährte zu investieren um diese dann wöchentlich durch Schlammpfützen zu treiben. Schöner Sport mit einer richtigen Portion an Adrenalin. Ziel waren die Huka Falls, wieder mal viel zu pittoresk arrangierte Wasserfälle im Waikato River. Die Neuseeländer übertreiben wirklich mit ihrer Naturromantik. Weiter zu den Aratiatia Rapids welche pünktlich um 14 Uhr ihre Tore öffneten, um Wassermengen aus dem aufgestauten Damm der Natur zu übergeben. Rückfahrt über Asphalt und Zwischenstopp in einer Glasbläserei. Taupo Ade.
Bevor es nun weiter Richtung Ostküste gehen sollte musste ein Abstecher zur Westküste gen Waitomo Caves gewagt werden. Schöne Unterkunft in der Juno Hall und ab unter die Erde mit Paul unserem Guide. Abgeseilt an meterhohen Felsen ging es dann mal wieder in Bereiche dieser Welt die man alleine nicht beschreiten würde. Einige Höhlen wurden von „Glühwürmchen“ so hell erleuchtet, das man seine Lampe fast ausschalten konnte, andere waren so stockfinster, das unser Gehirn uns hinterging und optische Illusionen erschuf. Schöner Abstecher, aber Tongariro Crossing wartete auf seine Begehung.
Wir fuhren also nach Turangi um für den nächsten Tag einen Platz im Bus zu Buchen für den sogenannten „Great Walk“ Tongariro Crossing.
Morgens um 6 Uhr wurden wir mit anderen Mitleidenden von unserer mehr als dürftigen Unterkunft abgeholt. Dieser brachte uns innerhalb von 30 Minuten an den Ausgangspunkt unseres Trips. Nochmal Schnürsenkel fest angezogen und los ging es. Tongariro Crossing ist eine der beliebtesten Wanderrouten der Nordinsel und dies nicht ohne Grund: Innerhalb weniger Stunden geht es auf den Mond, in die Wüste, auf den Vulkan, in die Steppe, an den See, durch Buschland, über und unter den Wolken vorbei an mehreren Geothermalzonen und zurück. Wir waren so voller Enthusiasmus das wir uns die Besteigung des 2287 m hohen Mount Ngauruhuhoe nicht nehmen ließen. Eine Tortur, denn im Lavagestein wurde jeder Schritt mit nahezu zwei Schritten zurück belohnt. Völlig abgekämpft aber glücklich und mit einem gehörigen Adrenalinstoß kamen wir am Kraterrand an und konnten hier in dieser unwirklich wirkenden Szenerie die Aussicht kaum genießen. Der Abstieg war dann mehr ein Abrutsch und so waren wir nach ca. 3 Stunden wieder auf dem eigentlichen Pfad. Insgesamt 19,4 Kilometer galt es hinter sich zu bringen und so durchwanderten wir eine andere Welt, um nach ca. 8 Stunden wieder in der Realität zu landen. Wirklich einmalig und vollkommen überwältigend. Anschließend wurden die halb durchgefrorenen Glieder im Whirlpool gedünstet und die Planung der nächsten Tage fand im blubbernden Wasser stand. So sollte es eigentlich zum Kanu fahren auf den Whanganui River gehen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Dem Regen entfliehend ging es weiter gen Ostküste in die Art Déco Hochburg Napier. Am 3. Februar 1931 wurde dieses Städtchen durch ein Erdbeben quasi dem Erdboden gleichgemacht. Voller Tatendrang ging es wenig später an die Neuerrichtung im nun so trendigem Art Déco Stil. Man befindet sich wirklich mitten in den 20er/30er Jahren und so wundert es nicht, dass einmal jährlich ganz Napier sich verkleidet und eine riesige 20er Jahre Party steigen lässt. Nach Tagen im Camper gönnten wir uns ein richtiges Bett in der Stables Lodge. Nachteil: Wir fühlen uns immer alt, wenn wir in Backpacker-Unterkünften schlafen, da sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. Vorteil: Man fühlt sich wieder jung, wenn man in Backpacker-Unterkünften schläft, und sich nur Twens und Teenies um ein herum tummeln. So lauschten wir gespannt dem dortigen Balzverhalten und trafen unverhofft auf nette britische Gesellschaft in Gestalt von Kat, die sich vom äußeren Eindruck als auch vom Alter etwas von den anderen abhob. So ging es nach etlichen Gläsern Wein weiter Richtung Süden.
Wellington begrüßte uns mit Sturm und Regen und war trotzdem herzlich. Wir fühlten uns sofort an New York erinnert. Natürlich im kleinen, aber die engen Häuserschluchten, die alternativen Läden und Cafes…sehr heimelig. Mit Kat hatten wir uns bereits telefonsich kurzgeschlossen, welche am selben Tag nach Wellington wollte und bereits dort am Straßenrand gecampt hatte. Nach Dinner in der Cuba Street wo wir erstmals wieder auf ein bekanntes, junges Gesicht aus Napier stießen in Gestalt von Daniel, einem 22 jährigen Studenten aus Kempten, legten wir uns dicht am Meer in unserem Campervan schlafen und wurden wie ein Baby vom Wind in Wellington in den Schlaf gewiegt. Morgens kurzer Abschied von Kat die leider weiter nach Christchurch musste und weiter Richtung Te Papa DAS Museum of New Zealand. Einen halben Tag verbrachten wir in der Meschugge aus historischem Museum, zeitgenössischer Kunst und Disney Land, um dann das viel spannendere Wellington zu erkunden inklusive einer Fahrt in dem viel gepriesenen Cable Car. Am nächsten Tag lockte eine Ausstellung von Bill Viola den wir bereits im Berliner Guggenheim Museum bewundert hatten im Dose Museum, Lower Hutt Valley. Nachmittags ging es zurück nach Wellington auf der Suche nach etwas Nahrhaftem. Unverhofft kommt oft und so durften wir nach einem Besuch in der Aro Street ein echtes Mischbrot deutscher Qualität unser eigen nennen. Am späten Nachmittag noch ins nationale Filmarchiv und abends erneut ins Fidel zum Bäuche auffüllen. Nach 3 Tagen Regen und Sturm inklusive Übernachtung im Camper ohne Dusche war es Zeit für die Südinsel und so setzten wir via Fähre nach Picton über auf besseres Wetter hoffend.
Leider wurden wir maßlos enttäuscht und so war die Fahrt durch die Marlborough Sounds vernebelt, verregnet und wenig einladend. Eigentlich sollte es am nächsten Tag auf den Queen Charlotte Track gehen doch auch dieser fiel namensgebend ins Wasser. Frustriert entschieden wir uns direkt weiter nach Nelson zu fahren, der Sonnenhochburg Neuseelands. Auf dem Weg dorthin wurde die Frustration in Schokolade ertränkt und so machten wir Stopp an einer Schokoladenfabrik. Crazy Shit den sie dort anboten, vollgestopft zurück ins Auto und weiter gen Sonnenschein. Unterkunft Tasman Bay Backpackers. Same Same but…und wieder Daniel…unverhofft und er ebenso frustriert da geplanter Trek zum Abel Tasman gerade abgesagt wurde…So entschieden wir uns nach einem Tag in Nelson zu dritt den Abel Tasman Coast Trek zu begehen und nach Besuch des nächsten Outdoor-Shops ging es gut gestärkt auf die dreitägige Expedition. Der erste Tag wurde im Kayak verbracht. Unser Guide Steve wusste neben anzüglichen Geschichten auch einiges interessantes über den Nationalpark zu berichten. So ging es von Marahau nach Anchorage wo wir die erste Nacht zusammen mit 20 anderen in der gleichnamigen Hütte verbrachten. Nächster Tag Regen und trotzdem 21 Kilometer weiter nach Awaroa über Bark Bay, Trotz Regen war der Tag unglaublich oder vielmehr vielleicht gerade deswegen. Man gibt häufig soviel Geld für Bespaßung jeglicher Art aus, dabei liegt die Endorphin Spritze direkt vor der Tür. Vielleicht ist es auch die Anstrengung der Wanderung, denn auch hier ging es Berge rauf und runter mit ausgleichenden Blicken über die Tasman Bay, aber die Natur ist nicht nachzumalen und erst recht nicht zu beschreiben. Highlight: Abends kamen wir bei Ebbe halbtot in Awaroa an und trafen auf ebenso halbtote Katzenhaie, die am Strand auf den kompletten Abgang warteten. Kurzerhand einige am Schwanz gepackt und in den nächsten Pril ausgesetzt. Einige Pluspunkte fürs Karma. Awaroa belohnte uns ebenso mit einer urigen, hölzernen Hütte und der Abwesenheit von allzu vielen Touristen. So waren wir lediglich zu siebt inklusive einem Pärchen aus Leipzig. Morgens ging es dann sehr früh durchs Watt weiter Richtung Endpunkt Totaranui. Dort hieß es Abschied nehmen von den Leipzigern und wir wurden von einem Wassertaxi zurück nach Waranui gebracht inklusive kleinem Zwischenstopp in Anchorage wo ich am ersten Tag meinen Seidenschlafsack vergessen hatte. Daniel packten wir erneut in unseren Camper um noch einen Abstecher zum nördlichsten Punkt der Südinsel dem Farewell Spit an der Golden Bay zu unternehmen. Der Landstrich ist voller Hippies und New Ageler und hat dadurch aber was ganz eigenes Besonderes. Sieht man sich die Umgebung inklusive der Golden Bay an, die ihrem Namen wörtlich alle Ehre macht, so kann man verstehen warum sich hier die Erleuchteten niederlassen. Wir wohnten im Innlet mit Bob und Ross und die Namen sind Programm. Nach Ausflug zu den beschriebenen Naturwundern ging es zurück nach Nelson, wo Rike und ich noch den Art Walk begehen wollten. Daniel mussten wir Richtung Westküste entlassen. Wir strebten der Ostküste entgegen.
Kaikoura lautete das nächste Ziel und schimpft sich alte Walfängerhochburg. Doch einen Schritt weiter ins nächste Jahrtausend werden Touristen harpuniert und an Schiffe gezogen, um sie zur Walbeobachtung zu zwingen. Der Spaß war zwar sehr eindrücklich mit der Sichtung von vier Giganten, doch der Preis war exorbitant meine Lieben. Unverhoffte Ereignisse machen sich dafür umso mehr bezahlt und so machten wir uns nach dem Walbeobachtungsspektakel noch auf zum Ohau Walk am selbigen Fluss der ins Meer mündet. Den Fluss aufwärts tümmeln sich an die 50 Jungrobben die dort geschützt vor Orkas groß werden. Wirklich nicht von dieser Welt, wenn so eine kleine Babyrobbe mit kindchenschema Augen auf einen zurobbt ohne Berührungsängste. Zweit Meter weiter um die Ecke tummeln sich am schönen Wasserfall fast 50 solcher Exemplare und machen das Wasser nahezu lebendig. Das ist mal wieder nicht von dieser mir bisher bekannten Welt. Völlig geflasht brachten wir dann auch eine Nacht bei 0°C im Camper hinter uns, denn die Zeit rinnt. Eigentlich wollten wir eine Nacht mit Kea-Papageien auf dem Arthurs Pass verbringen, mitten in den Bergen der zentralen Südinsel, doch kaum dort angekommen riet man uns direkt weiter zu fahren, da für den nächsten Tag Schnee in Unmengen angesagt wurde und wir ohne Schneekette quasi wörtlich eingeschneit werden würden. So ging es weiter gen Westküste und wir steuerten Punakaiki Nahe den Pankake Rocks an. Über 8 Stunden Fahrt und ich fiel aus dem Van.
Nun haben wir nach langem Schreiben die Gegenwart erreicht und ich sitze vor dem Kamin mit einem Gläschen Wein. Der heutige Tag war ebenso surreal wie die beschriebenen. Pankake Rocks heißen halt so, weil sie wie gestapelte Pankakes aussehen und das ist wirklich nicht weit hergeholt.
Neuseeland kommt vielleicht doch eher von neu sehen land…